Rainald Goetz Abfall für alle I 1.1 - HIER LEBTE ABFALL I 1.2 - ABFALL FÜR ALLE I 1.3 - LOS GEHTS I 1.4 - HASSE SIE ALLE I 1.5 - REDEMOKRATISIERUNG I 1.6 - ALL IN ALL I 1.7 - ABFALL FÜR ALLE I 2.1 - DIE EROTIK DES PFIRSICHS I 2.2 - FESTAKT ZUM GEBURTSTAG VON BERT BRECHT I 2.3 - BARACKE I 2.4 - ICH HABE NIE MIT KOKAIN EXPERIMENTIERT ICH HABE ES IMMER NUR GENOMMEN I 2.5 - IM TREIBHAUS DES ERFOLGS I 2.6 - ÜBER DAS ÜBER I 2.7 - SONNTAG: RUHETAG I 3.1 - KASCHMAR I 3.2 - ERNST JÜNGER IST HEUTE MORGEN GESTORBEN I 3.3 - PARTEI DER LETZTEN CHANCEN I 3.4 - EIN MANN VON 43 JAHREN I 3.5 - MEER DES FRIEDENS I 3.6 - LETZTER RITTER VON DER TRAURIGEN GESTALT I 3.7 - GESPRÄCHE IN BAGDAD I 4.1 - SPONTANER JUBEL I 4.2 - MIT SCHWEREN SCHATTEN AUF DER SEELE I 4.3 - POLITISCHE PLANUNG I 4.4 - ZIELLOS MUSS DIE STILLE WACHSEN I 4.5 - WAHN ALS DYSFUNKTION NEURONALER NETZE I 4.6 - 46. POLITISCHER ASCHERMITTWOCH IN BERLIN I 4.7 - KLEINE GESCHICHTE DER ANTIKEN PHILOSOPHIE I 5.1 - UHL WILL AGGRESSIVE BETTLER ZUR ARBEIT ZWINGEN I 5.2 - RAUS RAUS RAUS ALKOHOL MÄNNER DROGEN ICH BIN SO WILLENLOS DAS IST SO GEIL I 5.3 - UND HIER DIE ANGEKÜNDIGTE UNWETTERWARNUNG I 5.4 - ER HAT KEINE VISIONEN ER LIEST ZEITUNG I 5.5 - ERFOLGREICHSTER REGISSEUR ALLER ZEITEN I 5.6 - GEDENKTAG ZU EHREN VON JOHANNES JANSSEN I 5.7 - FÜNFTE KRAFT WIEDER IM GESPRÄCH I 6.1 - ACH UM DEINE FEUCHTEN SCHWINGEN I 6.2 - ANLÄSSLICH DES 50. GEBURTSTAGES DES STAATES ISRAEL I 6.3 - DIE LÄDIERTE FRAU I 6.4 - RUHE SANFT I 6.5 - DAS WAR DAS STABAT MATER VON ROSSINI I 6.6 - IF I COULD MELT YOUR HEART I 6.7 - MANIFEST DER GLÜCKLICHEN ARBEITSLOSEN I 7.1 - AM FELSFENSTER MORGENS I 7.2 - GEDENKTAG ZU EHREN VON KLAUS JANKUHN I 7.3 - BEGUTACHTUNGSSTELLE FÜR FAHREIGNUNG I 7.4 - BUILDING THE GETTY I 7.5 - FRÜHLINGSANFANG I 7.6 - DIE SCHÖNSTEN MÄRCHEN AUS 1001 NACHT I 7.7 - HELLBLAUER NYLON-WINDBREAKER VON HELMUT LANG II 1.1 - ZIEMLICH KATASTROPHALER TAG II 1.2 - DIE VIELFALT RELIGIÖSER ERFAHRUNG II 1.3 - RAVE IST VORGESTERN ERSCHIENEN II 1.4 - 18 SEITEN LITERATUR-BEILAGE II 1.5 - FROM A TO B AND BACK AGAIN II 1.6 - SCHAM UND SCHÖNHEIT II 1.7 - BEGINN DER SOMMERZEIT II 2.1 - ABFALLS FIRST DAY OUT II 2.2 - DER MÄRZ VERABSCHIEDET SICH MIT WÄRME II 2.3 - RAF DAS WAR FÜR UNS BEFREIUNG II 2.4 - VERBRECHEN UND STRAFE II 2.5 - ILONA'S ASSHOLE 1991 SIEBDRUCK AUF LEINWAND MIT ÖL 228 X 152 CM II 2.6 - POETIC USE OF BLOOD $ 2 RAYMOND PETTIBON COMPLETE AND UNABRIDGED II 2.7 - GALERIE DER GEGENWART II 3.1 - ICE 815 FLIEGENDER HAMBURGER II 3.2 - GALLE FÜR ALLE II 3.3 - ABFALLS SCHWEIGEKLAUSEL II 3.4 - SCHWIMMWESTE UNTER IHREM SITZ II 3.5 - TAGELANGE HEILIGE HANDLUNGEN II 3.6 - ABSOLUT SCHMERZBEFREIT II 3.7 - OSTERN 1998 II 4.1 - SINN ALS GRUNDBEGRIFF DER SOZIOLOGIE II 4.2 - ZUR BILDERZÄHLUNG SEIT GIOTTO II 4.3 - THE FAST TRACK CONSTRUCTION APPROACH II 4.4 - NEUE LYRISCHE SACHLICHKEIT II 4.5 - DIE ÖFFENTLICHKEIT IST AUSGESCHLOSSEN II 4.6 - UNTER AFFEN II 4.7 - LAND DER TUGENDEN II 5.1 - DIESE KIRSCHBÄUME WURDEN HERRN PROF. DR.ROBERT SCHINZINGER ZUM 80. GEBURTSTAG GEWIDMET II 5.2 - DJAKARTA SALVADOR-BAHIA SAN FRANCISCO TEHERAN MONTREAL BELGRAD SCHWÄBISCH HALL NEW YORK TOKYO II 5.3 - POSITIVE SPACE TRIP PASS II 5.4 - DER ERSTE SOMMERLICHE TAG II 5.5 - HYPNOTIC TANGO II 5.6 - TIMES FADE SO LET THEM PASS YOU BY II 5.7 - BÖSER VOGEL JUGEND II 6.1 - WARUM LÄUFT HERR R AMOK II 6.2 - PRAXIS I DIE FORMPHANTASIE II 6.3 - LET'S RIOT II 6.4 - HEADCLEANER II 6.5 - MAYDAY XIII AND THE MOTHERFUCKING SAGA CONTINUES II 6.6 - DER MAI IST GEKOMMEN II 6.7 - DISKUSSION AUSGEWÄHLTER KLÄNGE II 7.1 - WOUNDED BY WAR, CRYING FOR LIGHT II 7.2 - DIENSTAG IS PRAXIS DAY II 7.3 - ICE 993 ISAR-SPRINTER II 7.4 - TOTENBUCH II 7.5 - CHRONIK DER VOR- UND FRÜHGESCHICHTE II 7.6 - DIE REPUBLIK II 7.7 - ALL AREAS III 1.1 - BURN URBAN BURN III 1.2 - JOSEPH BEUYS 12.5.21 III 1.3 - INSTITUTE: DER AUFSCHWUNG VERSTÄRKT SICH III 1.4 - REVUE PHILOSOPHIQUE III 1.5 - IM FEUER GESCHRIEBEN III 1.6 - SAMTIG, SANDIG, SANFT III 1.7 - SEIDIG, SILBERN, STUMM III 2.1 - EIN STURM DER UNTERSCHIEDLICHSTEN GEFÜHLE III 2.2 - LUFTHANSA LH 1023 14 UHR 35 III 2.3 - UNSERE ILLUSION ABER IST DIE BEWEGUNG III 2.4 - STRAFWECKEN UM 6 UHR III 2.5 - DÄMONISCHE IRGENDWIEKONSTRUKTIONEN III 2.6 - SCHLEEF UNTERBRACH BEI DER VERLEIHUNG DIE LAUDATIO VON LÖFFLER MEHRFACH HEFTIG UND BESCHWERTE SICH ÜBER EINE SEINER ANSICHT NACH UNGERECHTE KRITIK III 2.7 - KRANK III 3.1 - ÜBER DIE UNABSCHAFFBARKEIT FALSCHER GEDANKEN III 3.2 - PRAXIS IT'S OVER III 3.3 - HEY ALL YOU KIDS OUT THERE THIS IS THREE FEET HIGH AND RISING III 3.4 - DE LA SOUL III 3.5 - METAPHYSIK BEGRIFF UND PROBLEME III 3.6 - ELECTRIC KINGDOM ELECTRO CRASH COURSE 98 III 3.7 - WIR MÜSSEN SO WEIT KOMMEN DASS WIR DIE FORMEL FÜR EINE ASSOZIATIONSREIHE AN DIE WANDTAFEL SCHREIBEN KÖNNEN III 4.1 - NIKE DIE FIRMA DIE GÖTTIN DER MYTHOS III 4.2 - JE MEHR REDEN, DESTO BESSER III 4.3 - THE GLOBE III 4.4 - JEFF KOONS BERLINER FASSUNG III 4.5 - MEINEN HUNDEN III 4.6 - ZUSÄTZE AUS DEN NACHGELASSENEN SCHRIFTEN III 4.7 - THE DARK STUFF III 5.1 - SYSTEMVERTRAUEN ENDFASSUNG VORSTUFEN MATERIALIEN III 5.2 - KRACHKULTUR III 5.3 - ONE WORLD ONE FUTURE III 5.4 - DAS KAPITAL III 5.5 - SO HERRLICH WOHNT DIE DEUTSCHE MANNSCHAFT III 5.6 - OUT OF THE DARK III 5.7 - BEITRÄGE ZUR GRUNDLEGUNG EINER OPERATIONSFÄHIGEN DIALEKTIK BAND III III 6.1 - DAS FAUCHENDE LACHEN DER KATZE III 6.2 - ESCAPE III 6.3 - SOMETHING I FEEL III 6.4 - THE NEW TESTAMENTAL PICTURES III 6.5 - BUNDESNACHRICHTENDIENST AUSSENSTELLE BERLIN III 6.6 - VERZIERTES DÖSCHEN FÜR BEWUSSTSEINSVERBESSERUNGSVERSUCHE III 6.7 - HITLERS SEKRETÄRIN VOR DEM GLOBUS IN DER GOSSEN HALLE DES BERGHOFS III 7.1 - »UND AUSSERDEM LINKSRADIKALER« III 7.2 - EINEN NEUEN DIESEL IN DIE WELT ZU SETZEN KANN ETWAS WUNDERBARES SEIN III 7.3 - HOLY III 7.4 - MUNICH MACHINE III 7.5 - MAX PLANCK GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER WISSENSCHAFEN E.V. III 7.6 - SUCK MY DECKS III 7.7 - FRAGMENTE EINES ANDEREN SOZIALEN LEBENS IV 1.1 - WENN WIR ÜBER DIE AUSSEN KOMMEN IV 1.2 - DAUERKOLONIE TOGO E.V. IV 1.3 - FRATZE DES TERRORS IV 1.4 - BULLSHIT AND PARTY IV 1.5 - HIER WIRD DEMNÄCHST EINE BÄCKEREI MIT CAFÉ ERÖFFNET IV 1.6 - JONATHAN MEESE DE RÄUBER 20.6. - 19.9.1998 IM AUGUST NUR NACH VEREINBARUNG CONTEMPORARY FINE ARTS BRUNO + NICOLE SOPHIENSTRASSE 21 10178 BERLIN TEL: 030-2836580 FAX: 2836582 IV 1.7 - NIGHTS OF LOVE AND LAUGHTER IV 2.1 - INS WEGLAUFHAUS IV 2.2 - UND DANN WERDEN WIR BLUMEN? IV 2.3 - NOCH 3 TAGE BIS ZUR LOVE PARADE IV 2.4 - EVELYN HOFER ANDY WARHOL'S STUDIO 1987 IV 2.5 - 100 WÖRTER DES JAHRHUNDERTS IV 2.6 - PARADE IV 2.7 - HURRA! IV 3.1 - 9 DIE PRAXIS IN DIE THEORIE UMSETZEN IV 3.2 - ELFENLAND IV 3.3 - MÄDELS IV 3.4 - VERBLENDUNGSZUSAMMENHANG IV 3.5 - KUNST-HALLE BERLIN IV 3.6 - PROJEKT APOLLO IV 3.7 - GEDANKEN ZUM SONNTAG IV 4.1 - WIE ÜBLICH FESTELLUNG DER ANWESENHEIT IV 4.2 - WHITE DESASTER I IV 4.3 - MORE & MORE COMPANY IV 4.4 - ABFALL FOREVER BEGINN DER ZWEITEN HALBZEIT IV 4.5 - DAS BISHER GRÖSSTE SCHÜTT- UND SCHLACHT-EVENT IV 4.6 - HILLARY FURCHTBAR GEDEMÜTIGT IV 4.7 - EVERY SOUL AND HIS BROTHER IV 5.1 - DIALOG MIT MEINEM URENKEL IV 5.2 - CAFÉ PINOCCHIO IV 5.3 - BEAUTY-TAG IV 5.4 - GALAKTISCHE ZENTRALE FÜR DELEGIERTE DES UNIVERSUMS IV 5.5 - GEWALTLITERATUR-INFORMATIONSSYSTEM IV 5.6 - OPERATIONSBERICHT 1. AUGUST 1998 IV 5.7 - KLOPFGERÄUSCHE IV 6.1 - BÜRO FÜR DEN AUFBAU DER ZIVILISATION IV 6.2 - UND AB UND ZU WÜRDEN ISABELLA UND ICH UNS ANSEHEN UND DANN LÄCHELN IV 6.3 - IM LABYRINT DES GEFRORENEN IRRSINNS IV 6.4 - BESTSELLER IV 6.5 - HEROIN-HOUSE IV 6.6 - EINE HART ARBEITENDE FRAU IV 6.7 - HEISS IV 7.1 - PFERDETRANSPORT IV 7.2 - 4. SCHRITT: DAS NETZWERK WIRD GERUFEN IV 7.3 - DAS HEISST AUCH URLAUBSFLIRT LIEBE BEI NACHT UND SEX AM STRAND IV 7.4 - DIE LETZTEN TOTEN SIND GEBORGEN IV 7.5 - ZUR ELEKTRODYNAMIK BEWEGTER KÖRPER IV 7.6 - WEGEN URLAUB BIS 15.8.1998 GESCHLOSSEN IV 7.7 - HASS SPRICHT V 1.1 - DER TAG DER WAHRHEIT V 1.2 - WIEN STADT MEINER VÄTER V 1.3 - PROJEKT: DIALOG! V 1.4 - LOLA RENNT V 1.5 - POSTZUSTELLUNGSURKUNDE V 1.6 - DER HEILIGE DER GALAXIEN V 1.7 - HOCHSPRUNG FRAUEN V 2.1 - HERBS OF DUB V 2.2 - MEDITATIONEN ZUR METAPHYSIK V 2.3 - EXTRA THIN V 2.4 - KÖNIGINNEN V 2.5 - ABGRUND V 2.6 - ARBEIT IST SCHEISSE V 2.7 - ALLES ZU VERKAUFEN V 3.1 - FEHLERBERICHT 31-AUG-98 12:16 V 3.2 - FRÜHSTÜCK DER RUDERER V 3.3 - ANGEBRÜLLTE V 3.4 - GÄSTEHAUS AXEL SPRINGER V 3.5 - SOPHIE-CHARLOTTE-OBERSCHULE V 3.6 - TECHNOLECTRO EP Nº1 V 3.7 - EIN HELLER UND EIN BATZEN V 4.1 - STRAFKOLONIE V 4.2 - KRANKENGYMNASTIK V 4.3 - ICH SEHE KEINE WELTWEITE DEPRESSION AM HIMMEL V 4.4 - HARDYS BIRTHDAY BOAT PARTY V 4.5 - SEINE LORDSCHAFT IST ZUR ZEIT AUF WELTREISE. SIE KÖNNEN GERNE HIER BLEIBEN UND LESEN, BIS ER WIEDERKOMMT V 4.6 - HILLARY FURCHTBAR GEDEMÜTIGT V 4.7 - LIVE AUS MÜNCHEN V 5.1 - NEW WORLD ORDER V 5.2 - DEN GÖTTERN WIRD GEOPFERT V 5.3 - 501 W 32 L 32 RICH INDIGO DYE V 5.4 - DAS ERSTE MAL V 5.5 - ORGANISIERTE KRIMINALITÄT V 5.6 - AUF DEM WEG ZUR MENSCH AG V 5.7 - ADLERPARTITUR V 6.1 - DAS SPEKTAKEL IST VOR WENIGEN MINUTEN ZU ENDE GEGANGEN V 6.2 - MÜNCHNER ORTSGRUPPE DES BAYERISCHEN VEREINS FÜR FRAUENSTIMMRECHT V 6.3 - RED DESASTER, 1963 236,2 × 203,9 V 6.4 - SYMPTOME DES UNIVERSUMS V 6.5 - 100 RECORDS THAT SET THE WORLD ON FIRE V 6.6 - WIEN INNERE STADT 1/4 STURM 23.- V 6.7 - NACH 16 JAHREN IST HEUTE DIE ÄRA HELMUT KOHL ZU ENDE GEGANGEN V 7.1 - ZU DEN KONFERENZRÄUMEN 1 - 2 UND 3 V 7.2 - DER NEUANFANG V 7.3 - RÜCKTRITT RILKE ANTRITTSBESUCH V 7.4 - KONSEQUENZEN V 7.5 - KASSENSTURZ VERWAHRLOSUNG III SYSTEMHYSTERIE V 7.6 - FESTAKT ZUM TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT LIVE AUS DEM KUPPELSAAL IN HANNOVER VERWAHRLOSUNG IV V 7.7 - VERWAHRLOSUNG V IV 1.1 - MEINE LIMONEN DIENEN DER GRUNDVERSORGUNG DER GESAMTEN BEVÖLKERUNG UND NICHT NUR IHREN ÜBERSPANNTEN PRIVATALLÜREN IV 1.2 - WAFFENKAMMER AUFGERÄUMT IV 1.3 - KRITIKER EMPFANG 50. FRANKFURTER BUCHMESSE PETER WEBER LESUNG IV 1.4 - ICH WOLLTE KEIN GELD SONDERN HERAUSRAGENDE LITERATUR MACHEN IV 1.5 - THEY'VE TAKEN THE WORLD NOW WHAT? IV 1.6 - NOW WE'RE TALKING BUSINESS IV 1.7 - ENDE DER SOMMERZEIT IV 2.1 - BACK HOME HOME FROM WAR IV 2.2 - DIE GESAMMELTEN SCHRIFTEN VON VERMEER IV 2.3 - VERONAS GRÜNDE IV 2.4 - 15.10.1926 MICHEL FOUCAULT 26.6.1984 IV 2.5 - GLAUBE UND VERNUNFT IV 2.6 - GROSSER ZAPFENSTREICH IV 2.7 - 1989 HONECKER BAADER ENSSLIN RASPE KLEIST 1977 IV 3.1 - MÜNCHEN FRANKFURT WIESBADEN FRANKFURT BERLIN IV 3.2 - MELDESTELLE WACHE HAUS DER WIRTSCHAFT IV 3.3 - VERSCHWENDE DEINE JUGEND IV 3.4 - DAS HERBSTGUTACHTEN DER WIRSCHAFTSFORSCHUNGSINSTITUTE IV 3.5 - FLASHBACKS IV 3.6 - FEAR AND LOATHING IV 3.7 - ENDE DER SOMMERZEIT IV 4.1 - KULTURKRITIK UND GESELLSCHAFT III IV 4.2 - MIT JA HABEN GESTIMMT 351 IV 4.3 - BESUCH EINES OBDACHLOSENASYLS IV 4.4 - MEGAEGAL IV 4.5 - SPEED ATTACK IV 4.6 - INSTANT GERMAN ACCENT PILLS IV 4.7 - MUTMASSUNGEN ÜBER DAS WASSER IV 5.1 - OCCULT CHEMISTRY IV 5.2 - PINK SHOTS IV 5.3 - VERSTREUTE GEDANKEN, VERSAMMELTE TITEL IV 5.4 - ICH MALE ALLES UND REDE MIT JEDEM IV 5.5 - TSCHAKKA ZEITSCHRIFT FÜR THEORETISCHES FERNSEHEN IV 5.6 - ART COLOGNE 32. INTERNATIONALE MESSE FÜR MODERNE KUNST IV 5.7 - DER KLEINE BONNER IV 6.1 - BURG FÜR IMMER BURGEN IV 6.2 - AUSSPRACHE ZUR REGIERUNGSERKLÄRUNG IV 6.3 - EXPERIMENTELLE EXISTENZ IV 6.4 - EMOTION EXPLORATION OF THE SOUL IV 6.5 - SOZIOLOGISCHE AUFKLÄRUNG BAND 8 IV 6.6 - SPARTANISCHE VERSE IV 6.7 - GHOSTS IV 7.1 - HAVANNA IV 7.2 - DESTRUKTIVE KONZEPTE IV 7.3 - DEUTSCHE GESELLSCHAFT ZUR RETTUNG SCHIFFBRÜCHIGER * AUSGEGRENZTE GREISE WEHREN SICH * ISLAMISCHE FÖDERATION BERLIN IV 7.4 - EMOTION EXPLORATION OF THE SOUL IV 7.5 - STRUKTURALE KOMPOSITION B-8 GRAVUR IN RESOPAL AUF HOLZPLATTE 1954 IV 7.6 - KOKAIN DISKO IV 7.7 - LICHT THERAPIE VII 1.1 - ERSTE ÖFFENTLICHE WASSERSTOFF-TANKSTELLE DER WELT * DAS LETZTE KAPITEL VII 1.2 - THRONREDE VII 1.3 - SOFORTPROGRAMM GEGEN DIE JUGENDARBEITSLOSIGKEIT VII 1.4 - WONDERLAND VII 1.5 - UNGEDRUCKTES ZETTEL-MEER VII 1.6 - WASTED VII 1.7 - SAUFE SAUFE SAUFE * DIE WIN-WIN-WIN-LÖSUNG * 1. ADVENT VII 2.1 - ANANGARANGA VII 2.2 - INFORMATIONEN STABILISIEREN VII 2.3 - SPRUNG VON DES TIGERS RÜCKEN VII 2.4 - MUTTER SPRACHE MÜNCHEN VII 2.5 - BENACHRICHTIGUNG ÜBER EINE ERSATZZUSTELLUNG VII 2.6 - ENERGY FLASH FUCK DANCE, LET'S ART VII 2.7 - DÉFENSE D'AFFICHER VII 3.1 - VOUS AUSSI, VOUS ÊTES NOTRE MUSÉE VII 3.2 - MYTHEN, LEGENDEN, GENEALOGIEN UND DAS ERZÄHLEN DER ABENTEUER DER VORZEIT VII 3.3 - WIE SONST WURDE DIE ALTE ORDNUNG DER DINGE ZERSTÖRT? VII 3.4 - LICHTBILDMAPPE ZUM LICHTBILDGUTACHTEN VII 3.5 - PALAST BISTRO VII 3.6 - AKADEMIE ISOTROP VERSCHIEDENE GEBIETE VII 3.7 - WOULD YOU GO TO BED WITH ME? VII 4.1 - HELL SUICIDE COMMANDO STUDIO 1 GAS GETEILTES LEID I THE SECRET TAPES OF DOKTOR EICH INTERSTELLAR FUGITIVES DIE UNVOLLENDETE VII 4.2 - WE SPEAK RAILWAYS VII 4.3 - VON FAHRTEN IN DEN WELTRAUM DER SEELE * WORLD NEWS SPECIAL * WE CAN SEE LIVE PICTURES AGAIN FROM BAGHDAD VII 4.4 - MÜLLERHALLE VII 4.5 - NEW SCHOOL FOR SOCIAL RESEARCH VII 4.6 - VERSUCH ÜBER DEN NORMALISMUS VII 4.7 - MEHR MÄRCHEN AUS DER GROSSEN STADT VII 5.1 - SPANK VII 5.2 - WERKZEUGSET MIT PUTZLAPPEN DM 5,95 VII 5.3 - BOHLEN BARACKE VII 5.4 - WEIHNACHTEN VII 5.5 - THE NAMES VII 5.6 - HOUSE OF YES VII 5.7 - GEDICHTE AUS DEN ERSTEN VIERTAUSEND JAHREN VII 6.1 - REPRO-STUDIO LAZAROV & CO GMBH VII 6.2 - NOMOS VERLAGSGESELLSCHAFT BADEN-BADEN VII 6.3 - RUBENS ALS HISTORIKER VII 6.4 - CHRONIST DES AUGENBLICKS VII 6.5 - 1.1.1999 VII 6.6 - VERWIRRTE SINNESEINDRÜCKE ANITBARBARUS OKKULTES TAGEBUCH VII 6.7 - INTERAKTION UND GESELLSCHAFT VII 7.1 - ERSTER ELEKTRISCHER WELTKONGRESS VII 7.2 - WORD FACTORY VII 7.3 - OHNE RÜCKSICHT AUF THEORIEÄSTHETIK VII 7.4 - BIS-MIL-LA-HIR RAH-MA-NIR RAHIM VII 7.5 - I'M A BEAT BOX ROCKER AND YOU'RE DANCING TO MY BEAT VII 7.6 - TAGESBERICHT ÜBER DEN BAUBETRIEB VII 7.7 - ABFALLS LETZTER TAG ABFALL FOREVER hier lebte Abfall 2.2.98 bis 10.1.99 7 mal 7 mal 7 Tage lang täglich neu für alle ruht jetzt hier noch kurz und wird demnächst als CD-Rom bei Suhrkamp erscheinen Abfall für alle Roman eines Jahres Los gehts. Mittwoch, 4.2.98, Sonnentag, Berlin. Anruf von Herrn Häberlen. Ich soll jetzt mal mit Texten rüberkommen. Ganz am Anfang Trete hier ein in diese Institution ... - siehe Foucault alles bisher Gesagte ... - und dann gleich aber natürlich DAS ABREISSEN sofort - loslegen - irgendwas von außen intervenieren lassen ... bloß nicht RUMSUHLEN im Alten PRAXIS Heute morgen für Ascan Diese Schriftzeichen Kyubi bedeuten STREBEN NACH SCHÖN-HEIT öffentlich nackt baden kleine Skizze mein Bruder Horst. Ein Vermächtnis wir haben geweint WIE ALTE FRAUEN ASCAN IBM SMART WORD naturally speaking - und das geht auch Deutsch? - ja ja - und kostet? - Moment, das ist ganz günstig - aha - das kostet 350 Mark - stimmt, das ist günstig, das ist ja toll war gerade am Notieren Titel des es-Bändchens CELEBRATION logisch, was denn sonst und dann mit oder ohne: Texte zur Nacht oder sowas ähnliches - oder: nee?, nicht gut? hatte gerade geschrieben diesen Faxbrief an Bettina 1532.51 aha: jetzt also doch: im Briefkasten unten lag der EMS-Kurier-brief, auf den ich den ganzen Morgen gewartet hatte. Jetzt also panikartiges Scannen der letzten Korrekturen für Rave; des neuen, korrigierten Umschlagumbruchs ... Herr März: freundlich matte Rebellion; Dienst nach Vorschrift; immer nur die Hälfte der Korrekturren machen; kann ja noch mal kommen, wenns ihm nicht paßt ... geile Art seine Arbeit zu sehen, die eigene Existenz zu bekämpfen; von innen her; Gemütlichkeitsterror gegen sich selber. 1555 Frank angerufen - Sekretariat er ist in einer Lektoratsbesprechung er probierts oder ich auch 1556 jetzt geht also dieser ZIFFERNWAHNSINN wieder los und mit welchem Vergnügen für mich dann heute Nacht Brief kaputte Szene dann heute mittag soll der und der vorkommen? Verrat? WIE vor allem das meiste muß schweigen, sonst gehen riesige Lügen los, Spastereien, im Grunde Literatur und das wollen wir ja gerade VERMEIDEN hier 1602 Salut an Hubert Fichte an seine Alte Welt die da eröffnete FORM an Konrads Empfelung damals, vor Jahren eternal Hamburg Stadt meiner Städte neulich auf der Zeit-Relaunch-Party mit Raddatz er: ich wollte nicht Wasser in Ihren Wein gießen oder hieß das umgekehrt? ich wußte erst gar nicht, was damit gemeint ist stellte sich dann raus: was Negatives der zweite Teile von Krieg hatte ihm nicht so gut gefal-len, und er wollte dann auf der Premierenfeier, wir alle voll im Glücksrausch ..., da nicht rumnörgeln meinte: Sie sind also Hegelianer?! ich: ja, natürlich! er: da müssen wir mal in Ruhe darüber diskutieren selbstverständlich, gerne, immer Verständigten wir uns dann auf unsere Uraltbekanntschaft von meinen Transatlantik-Interview her ... alles so extrem angenehm GESELLSCHAFT 1624 Anruf von Frank die Korrekturen alle durchgegeben in der Lektoratssitzung wurde das Herbstprogramm noch mal durchgesprochen; da steht Jeff Koons jetzt vorerst also noch da bin ja ganz guter Dinge eigentlich noch jedenfalls ... die kucken sich heute Ilja Richters Stripteasenummer an, in der sogenannten Alten Oper wo hatte ich den nur wieder neulich im Fernsehen gesehen, ganz ausführlich über seine Mutter erzählend, wahrscheinlich bei Biolek natürlich; wahrscheinlich hieß der Abend Muttersöhnchen, bzw. natürlich bißchen anders - gestern, dort: Dieter Bohlen. Wahnsinn. danach: Günter Jauch bei Harald Schmidt, absolutes Highlight. Saßen einfach nur blöd da, mehr oder weniger, redeten über Tiere, die Jauch HASST, aber er hat ja Kinder usw - und aßen dazu Hundefutter aus Dosen. Unglaublich gut. Machte morgens auch Notizen für Schumanns Hatte zwischendurch auch gewaschen, HELLBLAU, und aufgehängt morgens wieder am Küchentisch Büro alles was ganz leicht geht: ja alles andere: nicht 1704 wieder daheim Kopierladen - Briefkasten - Zeitungen und Geld gekauft im Hof eben: die Vögel wie heute morgen, als ich vor 6 wach lag ach was: zwei Stunden lang rumgeackert und rumgerödelt habe wie blöd ... - WAS sind das für Tage, die - was ist das für ein Land, in dem - wer bin ich, um hier zu ... - VORSICHT Literatur alles aussteigen bitte geil auch: neulich mit Theo die Debatte über Tagebücher, Krausser, wer war da noch?, ach ja: der Andreas Bernard Ar-tikel in der SZ: ob er den gelesen hat, der war toll - nee, hat er nur angefangen, war ihm dann zu langweilig - zu LANGWEI-LIG?! - ... Tageücher also: kann er nicht, mag er nicht, langweilt ihn; darf dann im Grunde natürlich auch sonst niemand ma-chen (kleine Übertreibung); ob ich denn Tagebuch schreiben würde - Nö. Wie das schon klingt: 'Tagebuch schrei-ben' - Blödsinn - Meine Minutendinger durfte ich dann trotzdem vielleicht weiter machen - wenn ich ihn richtig verstanden habe - Theodors Negationsmaschine: absoluter Irrsinn Wobei der Abend neulich in Wirklichkeit ja seit langem wieder speziell nett war - hatte ja eben noch in Hamburg Benedikt gegenüber nur vom Streß-Theo geredet - so richtig fies und böse - aber er hat uns alle eben bißchen ZU lange ge-quält, gernervt, terrorisiert - und jetzt erst, mit Verspätung, kriegt er dafür zurück ist das fies? ist das normal? 1718 time time time - time marches on - während ich hier Stunden wachliege, gequält von scheußlichen Gedanken, die anfingen, als ich gestern kurz Karla Brembacher im Fernsehen gesehen habe, wieder dachte, wie damals im Zusam-menhang mit deinen Strengberg Aktionen: ich kann heute verstehen, daß dein Onkel absolut JEDEN Kontakt mit dir abgebrochen hat. Innerhalb zweier Abende kam man jetzt neulich wieder zu dem Punkt, wo - ich kann nur fragen: woher ein solcher absoluter - Woher das Defizit an Takt, Gefühl, simpelstem Be-nehmen? Ganz konkret: die Frau, mit der - am Klo in-diskret und und letztlich und un-zulässig interessiert Bist du wirklich wahnsinnig? Ist dir nicht klar, daß - das Intrigante, Ver-logene und Ver-schlagene - gesehen, gefürchtet, ver-achtet und gehaßt. Und nicht nur aufgrund irgendeiner Pathologie, son-dern sicher auch genau DESHALB - Wenn ich jetzt diese beiden Abende in der Trachine nehme, und die Gespräche, - über alles mög-liche Inhaltli-che, aber auch über diesen absoluten Irrsinn der Telefonanrufe damals bei Strengberg und Graf Wetter zum Strahl - und das Resultat von alledem ist nichts ande-res, als daß es wieder so eine entscheidende und eindeutige Dis-kretions-grenze - ich kann es ein-fach nicht begreifen. Es gibt dafür für mich - Ich will mit diesem - wütenden Gift - solange reinbohren in irgendwas ur-sprünglich Freundliches, Nettes, Zugewendetes, bis wirklich alles in Grund und Boden zerstört und kaputt zerbohrt ist. Warum nicht mal in-nehalten vielleicht, bei einem irgend-wie komplizierten, schönen Moment? Geht nicht. DIE ENTTÄUSCHTE FRAU 1734 wir biegen ein in die Endkurve: weicher Karton beware of Gestank matter Schutzumschlag 1739 guten Tag Goetz hier ich wollte fragen, wann die Vorstellung in der Baracke bei Ihnen heute beginnt? - immer um zwanzig Uhr immer um zwanzig Uhr, vielen Dank - bitteschön aufwiedersehen - wiedersehen 1740 jetzt aber noch schnell die Durchdrehbremse reinhauen und die Jeff Koons Datei öffnen 1800 ausgedruckt der Drucker macht schlapp und ich habe keine neue Patrone morgen: Patrone, Faxpapier, evtl Überweisung und Paß? 1809 ersticke im Wahnsinn meiner Papiere schönes Gefühl 2319 wieder daheim zurück aus Shoppen und Ficken obergeil morgen mehr HASSE SIE ALLE Ich muß mich KONZENTRIEREN dachte ich eben ganz panisch (zum Problem Sozialaktion, Zeitdruck, Textmaschine) - und dann gleich: bzw genau UMGEKEHRT: und das ist ja genau die Schwierigkeit, sich zu dezentrieren - und das kann man so schwer MACHEN, diesen Zustand herbeiführen, der muß sich einstellen, der Schriftvoraussetzungszustand - gilt ja eigentlich auch fürs Lesen, fürs Musikhören - Verlorenheit PRAXIS Trödeln - Daddeln - Spielen - Do 5.2.98 - FOR ALL 1342 eigentlich bräuchte ich jetzt hier wirklich einen zweiten Schreib-tisch, sonst lassen sich diese verschiedenen Arbeitsebenen nicht mehr lässig nebeneinander her bespielen 1429 wir haben doch keinen PAPIERMANGEL, Mann! - als ich eben eine neue Zeilenform ausprobieren wollte fürs Stück 1443 vergesse ich immer wieder: Bücher einfach IRGENDWO aufschlagen - und dann zu lesen anfangen - es gibt so einen freien, kla-ren, unbeeinträchtigten, vom eigenen Problem losgelösten Blick auf die Sache - frei auch von der unweigerlichen Ur- teilsabsicht, die automatisch mitliest (eigentlich eine Art Urteilszwang, ein Urteilsautomatismus, den man oft nur ganz schwer ausbremsen kann), wenn man so ganz neugierig von vorne zu lesen anfängt ... - eben, ganz toll: Dietmar Dath, Cordula killt dich, Seite 67, 68: völlig klarer Text - was für mich komischerweise, merke ich da, heißt: Denktext, analytischer Vorgang der Klarheitsgewinnung - ohne jeden erzählerischen Firlefanz, der mich immer so krank macht, langweilt, durch den ich immer erst so mühsam hindurch lesen, mich durch quälen muß, bis ich vor Ort bin - was ich jetzt so diffus als Problem mit diesem Buch in Erinnerung hatte - stimmt gar nicht - zeigt sich jetzt - Energieschub PRAXIS genau das Gegenteil neulich bei Streeruwitz, Bein und Stein, was ich ja schon ganz durchgelesen hatte - aufschlug, um den Schwachsinn mit der Sprache, die die Frauen nicht haben, zu suchen - und dann innerhalb weniger Zeilen sofort wieder einen solchen Haß und so wahnsinnig schlechte Laune davon kriegte - von diesem ganzen UNSINN ... - schnell zumachen mußte - vom Leben mit Büchern. PRAXIS Dietmar Dath, in der Ankündigung: "Dieses Buch ist der Beginn einer Hexalogie, das heißt, einer Serie von insgesamt sechs Büchern. Der Gesamttitel der Arbeit lautet: "TENSOR oder die sehr anstrengende Reise in die mehr als ausreichende Verständlichkeit." Es geht um eine Untersuchung des Problems der Verständigung zwischen Leuten und den Nichtleuten ("Dingen"?) des täglichen Lebens in den nächsten 15 Jahren. Es ist so geplant, daß die Hexalogie zusammen mit mir, dem Autor, älter und leider auch dümmer wird, zugleich aber auch entspannter und vielleicht lehrreicher oder sowas. Die Titel und vorraussichtlichen Fertigstellungs- sowie Erscheinungsdaaten (es kann allerdings eine Menge dazwischenkommen, wie z.B. Tod, Apokalypse, Lustlosigkeit, plötzlicher Reichtum usw.) aller Bände der Hexalogie sind diese:" dann kommen die alle, die Titel - "Roman, 2002": steht dann da da, zum Beispiel, ha ha ha, unter "TEILCHEN UND TEILCHEN UND TEILCHEN" finde ich heute absolut geil, sowas hätte ich früher total gehaßt verstehe ich nicht Was folgt daraus, fürs Urteil? Das Urteilen? Die ganze Art wie man denkt und sieht? optimism, somehow PRAXIS 1556 es hilft nichts: ich kann das einfach nicht ernst nehmen, daß sich irgendwer zum HERRN macht und aufschwingt, über ein TIER - trotz Marlen Haushofers Sicht darauf, in der 'Wand', und das Verstehen dieser Geschichte dadurch - wie ich eben wieder aus dem Fenster schaue - und so eine blöde Anorakfrau sich von so einem blöden Hund so sehnsüchtig anschauen läßt - bitte spiel mit mir! - ja, gut, mach ich - andererseits: Externalisierung der Kreatur des einem selbst sonst Verschlossenen in einem Verschlossene des Kreatürlichen siehe auch Frau Durkheim Ekel DIE ENTTÄUSCHTE FRAU 1608 zugeschissen mit Papieren Bombenangriff: Arbeitszimmer macht mich KRANK 1616 keine Urteile zur aktuellen Arbeit, klar das wirkt immer so furchtbar zuletzt bei Rühmkorf bei Krausser weil ich eben dies und das dachte, zum Stück JA UND! get on with it halts Maul! ist ja gut, ist ja gut bremsenlos fahren und trotzdem irgendwie steuern kontrolliert, klar (schon beim zweiten Mal ist es ein MANIERISMUS: Problem der Form - lächerlich) PRAXIS geil auch, wie der Schlafes Bruder Schneider gestern in der SZ sei-nen Pathetikstil verteidigt: wäre doch genau so wie beim letzten Mal ... - JA EBEN! will man schreien deshalb funktioniert es vielleicht diesmal nicht mehr so gut - eine ausgeleierte Pathetik ist wahrscheinlich so ausgeleiert, wie das neulich im Fernsehen gezeigte ausgeleierte, 20 Jahre alte HÜFTGELENKSIMPLANTAT ... Prothetik und Pathetik. 1645 Anruf von Benedikt: die Schumanns-Geschichte planen: müßte nächste Woche Freitag und Samstag nach München kom-men verschiedene gestern notierte Sachen besprochen, ihre Pläne, daß auch Promis, die eigens gecastet werden, da auflaufen würden - oje oje je konkreter sowas wird, desto mehr Normalität - Horror wollte gerade noch was ich eben im Ohr hatte meinen 'Prothetik und Pathetik'-Aufsatz-Titel durch ir-gendeinen lustigen Untertitel präzisieren - vom Telefon jetzt natürlich wieder ausgelöscht vergessen - war sicher wahnsinnig wichtig 1707 drucke gerade - jetzt hier - vorhin Jeff Koons grau heute, Dämmerung jetzt kalte Füße und das Datum fehlt noch oder gehört das auf jeden Fall vorne hin? eigentlich schon vergaß auch wieder zu trennen wie trennen Sie denn? manuell oder von Hand? och, wissense, wir trennen automatisch STIMMT GAR NICHT ich trenne immer von Hand 1711 und Goethe müßte ich anrufen Thorsten Beckers Mitte selig in TOKIO und die Spirits besuchen und die Umsatzsteuerrate zahlen und die neuen Ausweispapiere in Charlottenburg abholen und Bombenangriff Schlafzimmer aufräumen und Zeitungen aussortieren in der Küche und die irgendwo vergrabenen Notizen zum Stück endlich mal suchen und finden und Bürozeug kaufen und das Meier-Buch kaufen Artforum Shoppen und Ficken das Jelinek Stück was war denn noch? gestern im Theater traf ich Peter Steiner - auf der Straße - ich rief, stellte mich vor - er: a!, hallo!, ja, sie kommen nachher auch da in die Baracke - bis nachher ... redeten wir dann in der Pause - war so ein supermarkantgesichtiger Wedel- Schauspieler dabei, und eine hübsche ältere Frau - davor, auf der Suche nach Ostermeier grüßte mich wer - ich so fragend zurück: sind Sie vielleicht der Herr Ostermeier? er: Michael Merschmeier, guten Abend ich so: a, entschuldigung, ich dachte, wissen Sie, ich soll den Herrn Ostermeier hier irgendwo treffen, wissen Sie vielleicht, wie schaut denn der aus?, schaut der aus wie Sie?, so ähnlich? - ja, ä, hm - voll prall dann nahm mich wer mit in die Kantine saßen die da am Tisch - zwei Jungs und der Dramturg mit grauem Bart - Sympathie, Irritation - die scheinen unter ihrem Erfolg schon zu leiden - wie ist das? wie war das? kann mich da gar nicht daran erinnern - fand man das FALSCH, als was erfolgreich war? einfach vergessen erinnere mich nur an diese Begegnung mit dem Ehepaar Durkheim, nach der großen Gesamt-Aufführung von Krieg hier in Berlin, beim Theatertreffen, Mai 88 oder so - wie ich auf die Frage, was ich jetzt machen würde, sagte: endlich GESCHEITE Theaterstücke schreiben - weil mich die Unbeholfenheiten in Krieg so wahnsinnig NERVTEN - und Kontrolliert war ja gerade fertig geworden - und ich fing an, die verlorenen Fetzen (mich) wieder zusammenzuklauben - in der Hoffnung, jetzt ginge es dann gleich weiter - mit den NEUEN, endlich gescheiten STÜCKEN ... next stop: 1994! - da war das denn erst fertig Wahnsinn - absurd - die Folter ja ä dingens: beim Reingehen an der Türe traf ich dann noch Iso ich: he!, du hier?! er: ja, schon zum zweiten Mal ECHT?! Aber dann muß es ja wohl gut sein, wie? ja ja, total - er: wir sehen uns auf jeden Fall Freitag ich: ja, genau, Freitag 1736 und vom Stück selber jetzt noch gar NICHTS gesagt vorhin da in der Baracke angerufen nein, der Herr Ostermeier ist in einer Besprechung aha kann ich was ausrichten? ja, ich wollte nur sagen, ich habe gestern mit ihm gere-det, ich reihe mich ein in den Chor der Begeisterten er, am Telefon: notiere, reihe mich ein in den Chor der Begeisterten - ja, ha ha ha, genau, vielen Dank 1748 los 1846 wieder daheim VERSCHISSENE STADT - beim Cruisen am Gehweg, auf der Suche, in den kleinen Straßen hier, nach einem Laden, wo man Butter kaufen kann - alles nur voll SCHWADEN VON KOT - in leicht geschwächtem Zustand: so lächerlich das klingt: das ist der Grund, warum ich hier letztlich dann doch wieder weg ziehen muß - und die ewigen Herrchen, mit ihren Nazifressen - jung, alt, Ausländer, Deutsche - weil das einfach so WIDERLICH ist alles - ich hasse sie alle davor am Leopoldplatz im Kaufhof Zeitungen und Papier für Drucker, Fax, Patro-nen gekauft in der Post ein dicker Brief vom Finanzamt Bescheid sofort zu zahlen verstehe kein Wort: ob gut jetzt - oder schlecht? dann am Rad: um nun endlich also doch auch EINZUTRETEN in diese FUCKING Gesellschaft da Mitglied zu werden Rentner wie die Krieg-Kritikerin in der jungen Welt so richtig schrieb - fühlt sich dann plötzlich irgendwie zumindest AUCH TOLL an - verrückt - nachdem man - nach all diesen Jahren ... KAPUTTE SZENE riß den Brief vom Finanzamt im Hof auf, neben den stinkenden Tonnen, las, blätterte, versuchte zu verstehen - und steckte ihn dann wieder zurück in den Briefkasten VERSCHISSENE STADT 1907 versuche überall Ascan zu erreichen - ob ich meine Faxe da ins leere Haus auf der leeren Insel schicke - Köln, Hamburg, Gisela, Max - niemand da die komische Käthe: Raffael wäre schon nach Berlin gefah-ren - ja, gut, vielen Dank will noch Butter kaufen runter kommen Klarheit über die Probleme im Stück kriegen was ich tun muß was los ist bin absolut WIRR 1919 noch mal raus 1943 wieder daheim - mitten im Krieg ich hasse sie alle wie jeder alle hassen alle auch ein großer Motor des Sozialen ARMUT MACHT AGGRESSIV MACHT MACHT MILD GESTIMMT UND MILDE MACHT EINEN FERTIG FOREVER FOR GOOD hungrig, traurig, dumm - altes Lied UNSERE GEDULD IST ZUENDE im Demonstrationsschreiton irgend ein Arbeitslosenfunktionär in der Tagesschau ich weiß ich auch ja ja ja und Ton ab was ist der Kerl für dich? nur ein Psychopath? oder die gewöhnliche Krankheit der Gesellschaft? meldet wer im WDR gegessen und Spiegel gelesen 2038 Ascan auf der Insel erreicht - war in Madrid - ist jetzt noch zwei Wochen da 2327 nervige Telefone zu dämmern versucht heiß geduscht nochmal am Stück und immer wieder wilder Schabernack getrieben wird hallo meine Damen und Herren bitte beruhigen Sie sich ich weiß die Werbung war sensationell aber sie wird noch besser für die nächsten Tage erwarten die Meteorologen WEITERE STÜRME REDEMOKRATISIERUNG Fr 6.2.98 1109 Abfall bekämpfen überrollt von Abfall von Abfall überschüttet vom Abfall verschüttet - dachte ich unter der Dusche: ich kann mich überhaupt nicht mehr richtig auf das Stück konzentrieren - als wäre ich unfähig, zwei Dinge gleichzeitig zu machen - das heißt: gleichzeitig im Sinn von: hintereinander, nebeneinander her - das ist doch wohl lächerlich ich kann nicht aus der eigenen Konfliktpraxis herausschöpfen - das wird dann immer eng, verkrampft, blöd, platt - deswegen brauche ich die Ruhe und Distanz, um die objektiven Aspekte, die Einzelaspekte in vielfältiger, widersprüchlicher Form und Anordnung, in einer Art objekiven Gestalt eben sehen und erkennen und darstellen zu können - kann immer nur ganz direkt schreiben, was ich gerade denke - weswegen ich so umsichtig letztlich für Bedingungen sorgen muß, unter denen ich nicht zu viele falsche Sachen dauernd im Kopf habe und denken muß ... - heute Nacht, bei diesem absolut irren Wutanfall: ATME GANZ RUHIG ICH ATME GANZ RUHIG ATME GANZ RUHIG ATME GANZ RUHIG ICH ATME GANZ RUHIG ATME GANZ RUHIG ICH ATME GANZ RUHIG da dauernd dann drauf konzentriert, auch auf die wan-dernde Ordnungsbewegung der Wortfolgenbezüge, sozusagen der Zeilenbrüche - und wurde dann tatsächlich ruhiger - beim Aufwachen morgens, unglaublich erleichtert, daß das gelungen war, wieder einzuschlafen, sich zu beruhigen, besänftigt - PRAXIS 1138 "etwas machen" "falls" ihr "die Erzählung gefällt": leider im Moment schlecht: denn ringend um Konzentration und unter großem Zeitdruck sitze ich am nächsten Büchlein: denn die Erzählung ist das erste kleine Ding einer größeren Sache, die in möglichst dichter Folge weiter fortgeführt werden soll. Wenn sie über die Erzählung ohne meine Porträt-Mithilfe - bla bla bla DIE ENTTÄUSCHTE FRAU 1148 für Benedikt wir haben nichts zu verlieren, außer unser GESICHT - und daß wir noch keines haben, medientechnisch gesehen, ist unser KAPITAL keiner darf die Rolle WISSEN, die er besetzt - das muß natürlich auch offen sein, changieren können - gehört zum sozialen 'Spiel' (wie der Amerikaner sagt), daß jeder in den Augen eines jeden anderen, jeder für jeden anderen eine ANDERE, und außerdem ja auch noch dauernd wechselnde Rolle besetzt, spielt - Zuweisung, Festlegung, Offenheit, Annahme, Verdeckung, Geheimnis - diese Grundregel, daß man über die nahen Menschen nicht wirklich präzise, analytisch nachdenkt, nachdenken darf, um sich offen, zart und handlungsfähig zu halten - man bohrt einfach nicht rum, im nahen anderen Menschen, man nimmt ihn, wie er sich geben will, ganz praktisch, äußerlich, situativ - all das, also das Gelingen auf dieser Ebene der Rollenbesetzung, Annahme und doch auch dauernden Offenheit, bestimmt auch mit darüber, wieviel SPASS ein bestimmtes Agieren in einem definierten sozialen Feld macht - wieviel gute Laune eine Gruppe als Ganzes produziert, den einzelnen Beteiligten macht - nach außen ausstrahlt ... SCHUMANNNS 1200 Terror durch extrem stumpf, hohl, billig klingende, und hier im fucking "roten" Wedding terrormäßig ununterbrochen läutende und ihren fucking Katholenterror verbreitende absolut scheußliche KIRCHENGLOCKEN - um 9, um 12, um 10, um 6 - dauernd - sonntags hoch zehn VERSCHISSENE STADT 1208 Büro Büro Abfall - absurd plötzlich: das wird ja so ähnlich wie Achternbuschs letz-tes Horrorbuch - wie heißt das gleich? - in dem ich vorge-stern dann doch wieder plötzlich mit Spaß und Vergnügen und dann aber auch sofort wieder ENTSETZEN - so rumgelesen habe - an der Stelle wo er seine Filme alle rekapituliert - da-vor - blättere immer ZURÜCK in diesem Buch, steige irgendwo ein, denke, wo kommt das her, blättere zurück, zurück - bis man wieder aufgibt, erschöpft, abgestoßen von so viel Pri- vatem ... - genau: der letzte Schliff - und wirklich und in Wirklichkeit das totale und absolute und programmatische und foltermäßig konsequent durchgehaltene GEGENTEIL von irgendsowas Ähnlichem wie Schliff, Bearbeitung, Gestaltung - die reine Urform - Dokument der Qual wers furchtbar findet - wie ich - brauchts ja nicht zu lesen - und sicher finden es viele Leid-Suhl-Menschen ganz TOLL, nehme ich mal an DIE ENTTÄUSCHTE FRAU 1234 Kaffee ist aus - Tee gekocht - Perversion Verhakungsprobleme - das sowieso Erbe gedacht - dann: a ja! - DAS sollte doch das Motto werden, morgens, gestern, für den zweiten Tag - in der FAZ, im Monika Maron Bericht gelesen - bloß wo ist der jetzt?! - ganz am Anfang sollte das kommen ... - wollte ja das und das noch ausschneiden für Ascan das und das noch lesen das und das noch aufräumen aussortieren ordnen aufräumen die große RAUM obsession KRANK 1251 suche und baue den Berg des Wahnsinns ab aber was solls habe schon so viele so viel schlimmere Zustände der ... alles das gibt es nur weil es die ganz andere Zielrichtung, Absicht, Geistorientierung Arbeit gibt - ganz klar das wissen, sehen, erkennen lächerlich finden und alles das KRANK 1256 Ascan Bildchen gefaxt Foto aus der taz, von AP oder so Gemälde Straßenszene in New York Autos, Fußgänger, Fassaden, Werbungen, Lichter und hinten hoch oben zwischen Schriften, Zeichen, Linien riesig der öffentliche BILDSCHRIM mit Clinton drauf ganz hell und scharf leuchtend vor den Streifen der Flagge im Kongreß, flankiert vom Vizepräsidenten und diesem einen anderen, Speaker oder so aber im Rahmen des Bildes, des Fotos, eigentlich ganz klein, oder relativ klein das Fernsehbild GROSSE ROMANTIK, 13,5 auf 10,8 cm in ERREGUNG geraten sich losreißen sich verhaken, verbohren verbohrt verlieren da sitzen aufspringen durchatmen am Fenster ans Fenster stürzen in der Küche mit der Tasse in der Hand am Fenster trinken aufstöhnen wieder am Schreibtisch planvoll und ruhig neue Idee das Alte schnell aufgeben ruhen lassen zumindest ABSTURZ des Computers Abschrift, Neustart das Verlorene rekonstruieren das Zerstörte alles da KRANK Später: Affären hatte er immer nun ist er verliebt LESERPOLL 97 suche wie ein Depp in den Papieren nach den genauen Namen für die Maildateien im Leibniz Rechenzentrum die Aufwühlung liegt in der SACHE kann nicht in mir sein darf nicht in mir sein (wenn sie in MIR ist verschwindet die Sache geht sie unter wird sie unsichtbar geht verloren) das ist doch ganz einfach alles KRANK sich vorne kratzen Blick aus dem Fenster unten die Mädchen Schulranzen, bunt groß karierte Hose in orange und beige hübsch warum soll es das nicht geben: die Helden des Feuilletons - meisterhaft inszeniert Robert Wilson Brecht in Berlin: heißt es da in der Überschrift - die POESIE, nach der sich die ewige Prosa des Feuilletons so unausrottbar und automatengleich fix immer wieder sehnt - vielleicht sehnt sich ja auch wirklich das Publikum genauso danach, wahrscheinlich sogar - die SCHNULZE - natürlich MEISTERHAFT - wie anders denn sollte Robert Wilson inszenieren - das ist wie Kohl: das stirbt dann erst durch Aussterben aus, durch Altenteil, durch neue Leute, die dann das Sagen kriegen und wieder zwanzig Jahre lang IHREN speziellen, ganz anderen Terror ablassen - vielleicht POP oder sowas - aber daß das in SICH mal bißchen beweglicher wäre, würde, abwechslungsreicher, - das darf wahrscheinlich nicht erwartet werden, das wäre zu viel verlangt wahrscheinlich - die ewige Leier - wobei ja in DEREN Augen die Kunst das selbe Problem hat: irgendwas bestimmtes NICHT zu leisten, auf was bestimmten zu starr immer wieder zu bestehen, das immer wieder zu reproduzieren - vermute ich PRAXIS bin schon ganz WUNDGEHÖRT - Musik: beim Musikhören als Lauschen, um zu verstehen, was los ist, was vorgeht, wie es gemacht ist denke eigentlich an einen noch viel SPARSAMEREN, reduktionistischeren, puristischeren - und gleichzeitig poetischeren, melancholischeren, eingängigeren, und letztlich aber vorallem ABSTRAKTEREN Funk ... beim Hören von Stampfen die 808 letzlich noch radikler programmieren klarer, funkiger MUSIK so weit kommts noch, daß ich auf einen Brief des Herrn Spiegel von der FAZ, den ich überhaupt nicht kenne, antworten MUSS und dem mitteilen muß, ob ich denn jetzt über Brecht was schreiben würde oder nicht - ganz so als wäre ich dem sein Angestellter, sein Weisungsempfänger - daß er besser planen kann - die haben alle einen derartigen DACHSCHADEN, in ihren Redaktionen - den mehr oder weniger automatischen Redakteursdachschaden - auch den Tonfall, in dem ich früher immer POSTKARTEN von Frau Radieschen gekriegt habe - ob ich das und das machen würde für sie - im Kumpelsound - als wäre man sonstwie vertraut miteinander - obwohl ich mit der, glaube ich, ein einziges Mal nur etwa eineinhalb Sätze auf einem Österreicherempfang, glaube ich, auf einer dieser lustigen - für uns jedenfalls so lustigen (Konrad, Theo, Vince) - 80er-Jahre-Buchmessen gewechselt habe, sonst nichts, mehr nicht - Frage: ob die das gar nicht mehr HÖREN, wie sie da so klingen, für einen, als Außenstehenden, Fremden? - man weiß es nicht - sehr ko- misch jedenfalls DEKONSPIRATIONE wobei man ja weiß natürlich, daß man selber eben den automatischen, ebenso unweigerlichen und obendrein natürlich komplett und genauso standardisierten Isoliertschreiberdachschaden hat - klaro - siehe oben - wat soll sein PRAXIS Dachschadenformen unterscheiden man darf ja wenigstens frei wählen welchen man gerne hätte welchen hätten Sie denn gerne? ach, ä, ich ä NA?! NU?! okay, dann nimm ich Prolldachschaden echt?, der ist aber besonders anstrengend ach so, ich dachte - Sie sollen nicht denken sondern wählen mein Herr okay dann ä, dingens ... KRANK 1510 Blick auf die Uhr Panik so wird das nichts 1734 sehr gut am Stück - raus jetzt 1930 eingekauft Notizen für Abfall in alten Notizbüchern nach LRZ-Angaben gesucht Notizen fürs Stück dann mit dem Computer gestritten Mail-Programm eigentlich erfolgreich eingecheckt im LRZ aber trotzdem dann die Daten an Herrn Häberlen nicht übergebbar, keine Anhung, warum - aber immerhin bekam ich die Rückmeldung vom sogenannten bösen MAILERDÄMON, daß irgendwas nicht geklappt hat das wird schon 1934 ganz schnell jetzt los 2328 wieder daheim bei Iso tolle Eröffnung Ruff: FUCK CONTEMPORARY ART danach oben in der Wohnung Dabatte mit ALLEM deswegen bin ich in Berlin NEU was du nicht weißt GÜNTHER JAUCH hat tierisch Angst vor Hunden ich will nicht sagen daß er Hunde HASST aber wenn er nicht sehr aufpaßt dann haßt der bald HUNDE NEUE Enthüllungen MORGEN in BILD! Bild dir deine Meinung ALL IN ALL Sonnentag, 7.2.98 geht auf über Berlin, milchig v AUFHÖREN mit dem Scheiß las der Plattenspieler singt der Wasserkessel schreit komm ja schon der Wecker fiept ist ja gut also mit dem zweiten Pott Kaffee neben mir CONCOR nennt sich die Tasse ewige Welt der pharmazeutischen Werbung durchaus und immer schon geliebt von Kindertagen an was ich also sagen wollte las in Dietmar Daths Cordula voll angenehm und wie ich dann dachte das könnte jetzt eine Geschichte werden peinlicherweise dachte ich sogar: Liebesgeschichte was ja ganz abstrakt und intellektuell natürlich gemeint war aber so scheußlich kulinarisch klingt also zwischen mir und Daths Cordula Buch da wollte ich dann also ganz schnell hier loslegen, losbrettern, auftexten und hatte zuvor mit Lied im Ohr von dem ich nicht wußte welches es war die entsprechende Platte gesucht und das war dann tatsächlich MUSIC FOR PLEASURE Monaco What do you want from me und das lief also und dann war das Wasser in der Küche fertig und das Pfeifen des Topfes wurde immer lauter ich rannte rüber und da sprengte schon der bla bla bla so war das alles also wieder mal KRANK 914 Dath erklärt, er hätte sich beim Ausgehen - was er natürlich nicht mit diesem Wort benennt - mit jemandem über Ken Kesey streiten müssen, über den er "neulich irgendwo" was ge-schrieben hatte - und dann heißt es da auf Seite 9 also so superlustig aufgedreht: "Mein Gott, immer diese Diskutiererei. Schreib halt sel-ber was. Es muß ja nicht so eklig überproduktiv sein wie ich, mit so einem Riesen-Mist-Quotienten, den ich einfach brauche, um ein bis zwei mal im Jahr was Gescheites zu schreiben, aber IRGENDWAS könnten sie schon mal selber machen, bevor sie auf Partys ihnen persönlich bekannte Selbermacher volllabern. Aber vielleicht bin ich nur neidisch auf des Streiters Unabhängigkeit. Unabhängigkeit ist ein Geschenk, das Gott den Untätigen gibt. Und denen, die Böses tun, so wie ich, wieder wegnimmt." TOPF war ich das? habe ich wirklich TOPF gesagt? des TOPFES? was ist denn das überhaupt für ein Wort? Todeskopftopf KRANK überhaupt muß überhaupt auch viel öfter vorkommen 939 sich kurz ans Spektrum des Möglichen, ALLES MÖGLICHEN erin-nern: Radio Fernseher Musik andere Musik Bücher Zeitungen Zeitschriften ... um nur mal die wichtigsten zuhause mit einen dauernd so mit lebenden Geister zu nennen - Geisthaber, Kunstdinger, Speicher, Baller, Halter, Träger - abstrakte Masse schwer, reich, dicht was von den meisten eher als Bedrohung erlebt wird, diese Möglichkeitenflut - und von einem selber oft ja auch, in Momenten der Schwäche - wo doch eher gemeint ist davon: Freiheit gute Laune Offenheit ALLES steht dir zu, alles ist möglich ... Reichtum, Überfluß, Paradies PRAXIS Nehme jede Arbeit an heißt es in so einer Nazirunenschrift auf Umhängeschil-dern unter Geknechtetenfressen von so Ausstellungsstück-prollleuten unter der SZ- Überschrift 'Massenproteste gegen Arbeitslosigkeit' auf der der ersten Seite - das stellen die sich als Politikmachen vor - aber das Kalkül auf den ästhe- tischen Mehrwert - geil: die schauen so zerstört, geknech-tet, kaputt aus - rui- niert einfach die Wirkung - jedenfalls für mich - ich kann mir solche Nazipropaganda für soziale Gerech-tig-keit einfach nicht anschauen, ohne automatisch zu sagen: he, Nazi-schwein, mach mal dein Volksempfängergekrächze leiser, mich stört dieses Heztgeschrei - andererseits, völlig klar: die sehen sich da in so einer Zeitung eben in einem öffentlichen Kampf um Gehör, um richtige Postionen, um ganz reale POLITIK - und DAS bringe ich eben nie wirklich vernünftig zusammen, in mir, für mich: Schrift und Politik, Wahrheit und Interesse - weshalb ich es mir ja auch immer wieder vorhalte: NICHTS dazu zu sagen - und so will ich es fortan hier auch wirklich halten und tun DEKONSPIRATIONE geil war auch in dem Gespräch mit Andreas Bernard neulich, im Gnosa in Hamburg - überhaupt dieses Treffen! - wie er sagte, auf meine Frage, was er vom Feuilleton der FAZ hält: er liest das nicht, nur manchmal, selten, wochenends oder so - und mir diese Idee wirklich NEU war, daß man als jemand, der im Feuilleton und fürs Feuilleton schreibt, selber nicht wirklich ALLE einem erreichbaren Feuilletons scannt und liest und wahrnimmt, um sich damit auseinanderzusetzen, um sein eigenes Sprechen in diesem Raum notwendig, objektiv situieren zu können - und er meinte, er liest eben andere Sachen - und mir das zum ersten Mal so einleuchtete - als eine nichtdefensive, nichtdurkheimsche (ach, wissen Sie, die Zeit lesen wir ja schon lange nicht mehr - genau: WIR, schon lange, nicht mehr - endlich gesundet von so einer früheren Krankheit der Offenheit, Neugier - zum Gesund-schwachsinn des ganz sicheren Wissens, was alles einen nicht "mehr" zu interessieren braucht usw usw) und also wirklich nichtschwachsinnige Position - daß man vielleicht einfach bessere Artikel fürs Feuilleton schreiben kann, zumindest eine Zeitlang, wenn man geistig nicht komplett ZUGEMÜLLT ist von dem kollektiven Gelalle und Gerede in diesem Raum da - PRAXIS wie Benny mir gestern vom Dr. Mabuse Film erzählte - den ich noch nie gesehen habe - der am Schluß also offenbar in so einer Irrenanstalt sitzt und WIE EIN IRRER da Papier voll schreibt, schreibt und schreibt - und er wirft die Papiere dann an- geblich immer so hinter sich - schreibt, schreibt, schreibt - als Inbegriff des Bilds vom Irrsinn: da so vor sich hin kritzeln, wie ein Irrer eben - weil so viel DRIN ist, was RAUS muß - leuchtet einem völlig ein weil Iso erzählt hatte, ich wäre da in Shoppen und Ficken drin gesessen und hätte ununterbrochen, dauernd, in einem fort, hektisch, immerzu usw usw - meine Notizen gemacht - und ich dann schon noch erzählen wollte, daß ich manchmal ja schon extra aufs Klo gehe, um damit nicht zu nerven, die Leute, um möglichst keinen blöden Angeber-ACT daraus zu machen - und dann andererseits immer denke: fuck it, blow it, suck my dick - das ist mein Beruf - wie das wirkt, ist mir letztlich dann eben doch scheißegal - und wenn ich allein bin, zuhause, dann gehts diesbezüglich im Zweifelsfall nochmal ganz anders ab, was Hektik, Madness, Obsession und den dabei gehabten autistischen SPASS betrifft - dann auch die Erinnerung: wie ich mal vor vielen Jahren in Graz mit Ascan in einem Café saß, spät nachts, trinkende und vermutlich auch schon leicht betrunken Runde - und er dann, blätternd in einer Zeitung, ein SKALPELL aus der vorderen Brusttasche - nicht erfunden, das mit der Jackettasche, glaube ich, glaube das so vor mir zu sehen - zog, und mit diesem Skalpell - das wird dann umgesteckt: wird die Scheide da als Griff aufgesteckt - also ein Bildchen aus der Zeitung ausschnitt - und das einsteckte und irgendwas dazu meldete, warum er das gut findet und für irgendwas brauchen könnte - und ich nur dachte: GENAU, ge-nau so wirds gemacht, so wird gelebt und gearbeitet von uns - in jedem Zustand, an jedem Ort, zu jeder Zeit - und letztlich eben auch schamlos genug, ohne sich zu scheren darum, wie das blöd wichtigtuerisch wirken könnte - weil es so nicht gemeint ist und es deshalb auch nicht IST - fertig, aus, Äpfel, Amen - das dann aber nicht erzählte dort, gottseidank, weil das Gespräch schon so freunlich eilig wieder weitergeeilt war, zu ir-gendwas Neuem PRAXIS andererseits ist durch dieses ganze Gegrübel - ach ja 1108 für Benedikt muß mich aus all den konzeptionellen Sachen und Gedanken wirklich VÖLLIG raushalten - sonst kriege ich so wahnsinnig schlechte Laune davon - weil das ja alles absolut nichts bewirkt, was man da meldet, im Kontext so einer Sozialveranstaltung, so eines kollektiv hergestellten Produkts - es ist ja das nicht MEIN Baby - so wie damals Heikes Heike Makatsch Show - ich darf da ja ganz definiert als ein so ein Rädchen fungieren mit meinem ich - ist doch auch mal eine tolle Rolle, oder? SCHUMANNS ich darf nur meinen Jungs nichts davon erzählen, vorallem Sigi natür-lich - sonst wird das schon im Vorfeld derart in Grund und Boden geredet und einem MADIG gemacht madig: Lieblingswort der Stuttgarter Sabine, Pulverturm-Wiesen-Zeit - tolle Nähen - sehr geil - und wie ich sie dann in SAN FRANCISCO out of all places plötzlich wie-der sah - beim Gabba-Gig - als Bernhard gerade zu spielen angefangen hatte - und sie winkte mir da aus einer vorderen Reihe zu und ich sprang von der Bühne runter und fand das so irr, daß ich hier - einfach nur durch den Feierkontext - jemanden treffe, so weit weg von irgendwo Naheliegendem - mit dem man sich schon mal so - geil wäre natürlich auch, zu sagen: Sonntag: Ruhetag - ich glaube, das macht gute Laune - oder das ganze Wochenende vielleicht? - Abfall gibts nur an Bürotagen - das wäre doch lustig - entstehen dann so Wochenpäckchen - innerlich Freiheit, Energie, neue Lust nur eines muß ich noch schnell sagen: wie Theo neulich - wie ich wieder mal das Theaterstückeschreiben so anpries, daß das doch JEDER Schreiber eigentlich machen müßte, und er natürlich auch usw usw - daß ich auch irgendwann Drehbücher schreiben werden würde, natürlich, klaro, weil: wieso NICHT?! - wieso irgendeine mögliche Form sich nicht zuweisen als besondere, andere Problemstellung usw - und er dann von MIR wissen wollte, worüber ER ein Theaterstück schreiben soll - und schon so ein irr aufgekratztes und mich total abstoßendes LAUERN in seinem Gesicht war - wieder so eine typische Theosche Sozialinterventions-aktion - die ich HASSE - weil er gar nicht wissen wollte, was ich darauf sage, sondern nur so erheitert war von seiner Frechheit, mir diese Frage zuzumuten, in der Gewißheit, ich würde da gleich drauf einsteigen und ihn damit noch mehr ERHEITERN - den Sozialfädenziehermann wobei man dann sagt: okay, Depp, wenn du an sowas Spaß hast, such dir jemand anderen, ich finde das doof, ich geh da weg, servus, machs gut, bis dann DEKONSPIRATIONE mit Bernhard in einem Art Ferienlager, Schweizer Hotels, wir steigen durch ein Fenster im Parterre ins Freie, laufen auf eine Wiese, wo die anderen feiern. 'Wie fandst du die Nummer?', bezogen auf etwas, was ich und eventuell Dany gemacht hatten. 'Okay', sagte ich und sah, wie eine der Frauen, eventuell Bea, nee Rabea, die Aufrichtigkeit prüfend mich anschaute. Berhard hatte mir eine Schlüsselanhängermünze gezeigt, irgendwas mit Lars, Diebstahl, Geld sparen - bevor wir aus dem Fenster kraxelten - Ende eines langen - MUSIK DIE GEBÜCKTEN am Görlitzer Bahnhof - wir alle hatte notiert let's create an new ensemble of Sanftnesses tiefe Hubschrauber, Tuba, Bass was noch? ja, nein, gar nicht oder doch doch? KRANK ABFALL FÜR ALLE Sonntag: Ruhetag DIE EROTIK DES PFIRSICHS welches ichs? des Pfirsichs, Depp 2.1 Montag, 9.2.98 frühlingshafter Ja - ach, was: Februartag ja: jedes Jahr beginnt mit einem Ja im Januar wußte ich bisher gar nicht ach: jedes Jahr ist ja Jajahr - aha, soso FARBENLEHRE bloß nicht davon verrückt machen lassen dann ist es schon recht also: Februartag: Sonne, Kühle, Zirpen der Vögel - oder genau genommen: eines Vogels - und fast so etwas - wie ich die Balkontüre aufmache - wie nicht total schlechte, bißchen frisch, unberlinerische Luft - und die Sonne scheint einem ins Gesicht und spiegelt sich so stark im Laptop-bildschirm, daß man die Buchstaben praktisch kaum erkennen kann - und das fucking schiefe Klapptischchen steht auf dem scheißschiefen Bohlenboden schief, Computer schief, Tastatur schief, Kopf schief, Rücken schief, ganzer Mensch schief - ich halte diesen ganzen provisorischen Scheiß hier nicht mehr AUS (stimmt gar nicht) KRANK ? sich Stille anschlafen Ruhe, Ordnung, Zuversicht später dann: durch Blättern in Texten Wirrnis wieder aktivieren, gegen zu verhakte Klarheiten Moment, ich muß mir schnell Mut anlesen PRAXIS Sorry, aber diese Seite hat Frames. wieder mit dem Computer gestritten - aber Herrn Häberlen auch mit ae die Mail wieder nicht übergeben können, wie der Mai-ler-Daemon wieder meldete - Fax von Tokyos Goethe, mit Terminen. 13.4. bis 22.4.98. Der DJ-Gipfel wird entweder am 18. oder 21. April stattfinden, schreibt Martin Haldwehr. kriege gleich so einen ZUSTAND, wegen dem Stück Zeitvorgriffspanik - krank 1348 wie Ordnung entsteht mit der Zeit hier: die Wochen also durchnumerieren, römisch - DANN DIE ÜBERSCHRIFT, auf Mitte alles natürlich - und darunter, die Tage der Woche: arabisch - römisch, arabisch: wie toll das klingt - dabei muß ich immer erst zweimal überlegen, wel- ches welches ist - so wie mit französisch - italienisch? - italienisch kostet 20 - arabisch nur 4 - echt? - was isn das, arabisch? - dann nimm ich japanisch bitte PFIRSICH wenns nervt kann ich es ja wieder weglassen - schon passiert wollte nur ganz kurz duschen dann wurde es doch gleich wieder so ein ORGIE Wärmeorgie, Wasserexzeß, rot entflammt, der ganze PFIRSICH gestern, so geil: Schlingensief auf Arte über Brecht: das sind heute so Wichsvorlagen, wo alle zeigen können - (und ich hatte eben davor Wieberte, Ostenser, Willemsen im ZDF erlebt, in der großen offiziellen Brecht-Gala, wo einem dann alles, was Brecht ist, ha ha ha, wirk-lich so richtig sympathisch wird, diese KULTUR, die Willem-sen-Kul-tur, der -) DEKONSPIRATIONE zeigen können, ob sie noch, schon, wieder können, einen hochkriegen, meinte Schlingensief, oder schon gekommen sind oder gleich kommen - (wobei so Metaphern - oder wie heißt das? - aus dem Sexbereich immer irgendwie so leicht gestört wirken - denkt man: was hat denn der für ein Problem - mit seinen BILDERN?) - wie er in seinem Brecht-Porno ASOZIALE PLASTIK sagen würde ... - also, jedenfalles: meinte Schlingensief dann irgendwas von Groß und Klein, was ich sofort plausibel fand, irgendwie einleuchtend, aber nicht richtig verstand - man könne also das Ganze des großen Gan-zen wahrscheinlich nicht so leicht auf die Bühne des Berli- ner Ensembles bringen - wie umgekehrt - also das Kleine vergößern - hm? - dazu war dann die Puppentheater-bühne zu sehen, die er in seiner Brecht-Inszenierung verwendet hatte - auch diese wahnsinnig Begeisterung des Publikums in Hartmanns Käthchen in Hamburg, wo die Ritter-kampfszene auch Puppenbühne war - warum wird das so wahnsinnig geliebt? - das ist doch total eklig - vielleicht also: man muß die Sache klein machen, neben-sächlich, lächerlich, märchenhaft, puppig niedlich - und zwar auf der Bühne - so daß sie sich im Kopf des Zuschauers zum großen ganzen des Allgemeinen vergrößern kann - so funktioniert ja auch, auf eine Art, Beckett - oder Bernhard, dessen Theatermacher als Lachfigur DAS RAD DER GESCHICHTE aufführen wird - was heißt das für die Arbeit am Stück? entfalmt: schönes Wort 1545 Herrn Häberlen angerufen - der hat beide vom Mailer-Dämon als nicht übergebbar gemeldete Mails doch bekommen - dann ist es ja alles ganz wunderbar ... ewige STEINZEIT der elektronischen Welt davor Brieflein an Konrad Musik: Carl Craig: DJ-Kicks ja, mein Rainaldo, du weißt doch, wir fliegen da mal eben rüber, falten die Bergbauern zusammen, und sprechen nicht weiter darüber. UNKRANK So Bernhard in Sachen wir für Goethe in Tokyo hier eben am Telefon Beckenbauer paraphrasierend zu mir. 1606 Anruf von Benedikt: Freitag, möglichst spät. Termin für den Rückflug bitte offen, wenns geht. Es geht. Carl Craig nervt - entschuldigung KRANK ist ein Titel Krankheit natürlich keiner aber so was hört Frau Jelinek nicht sie hat nämlich keine Ohren DARAN scheitert diese Literatur, nicht an "Sprecherpostition der Frau" oder irgendso einem Scheiß, wie sie gestern wieder auf Arte gemeldet hat, in ihrem präten-tiösen Scheiß-österei-chisch: daas haat jaa auuch schoon deer Beern-haard gesaagt, ... - die redet immer über Bernhard, wie Handke über Goe-the: eine distanzlose OBSZÖNITÄT - merken die aber gar nicht AUTOREN OHNE OHREN 1839 am Stück wollten Sie nicht schon immer Ihr Leben ändern? ehrlich gesagt: nicht fragte die Werbung antwortete ich UNKRANK Genscher schien unbeeindruckt. In der Menge erspähte ich Diedrich Diederichsen, ich rief nach ihm, aber der Schnee fiel zu laut, mitten im Raum. DATH Seite 10, in einem vielleicht bißchen zu sehr seiner Traumtollheit selbst bewußten Traum. Echte Träume sind unschlagbar. 1856 die Abende werden schon wieder kürzer schnell raus, zum Einkaufen fummeln und machen dann wird es schon Quatsch Mysterium Zeilenbruch perverse Obsession Länge der - PRÄZISION im Unbestimmten Vagen wäre das Traum? UNKRANK 1954 wieder daheim wie geboren Dath 1970 WELT DER LANGEN TITEL beim Stempelmacher 2 Stempel bestellt Paperworks Essen und Zeitungen UNKRANK ganz ohne irgendwelche GEDANKEN ohne daß irgendetwas Bestimmtes klar WORT geworden wäre he, Stempelmacher, mach mir neue Stempel Diese Leitung ist besetzt. Wiederholen Sie den Vorgang später. 2039 ja ja ich weiß Hunger und müde hungermüde, hundemüde, Travemünde KRANK was ist heute eigentlich für ein Tag? Psychiatrie wo befinden Sie sich? ja, also, ä - da ist man schon fällig wieviel stehts? wie heißt du? wer bin ich? keine Ahnung zu Zeit, Person und Ort nur eingeschränkt ORIENTIERT das wars dann, servus, machs gut KRANK Nagano: mir doch egal Wilkinson SWORD Protector silber, metal, neu blau und schön schwer für 14,90 etwa mit extra tollem Sound beim Klappern dieses Schwingdings oben UNKRANK Am vergangenen Freitagnachmittag aber setzte sich Falco, der seit zwei Jahren in der Dominikanischen Republik lebte, in seinen Jeep; es wurde die letzte Fahrt seines Lebens. Um Zigaretten zu kaufen, hielt er an einem Supermarkt; als er ausparken wollte, erwischte ein Bus sein Auto. Hansi Hölzel war sofort tot, dreizehn Tage vor seinem 41. Geburtstag. In Wien herrschte am Wochenende Entsetzen. erzählt Christoph Amend in der SZ rätselhaftes Naturschauspiel und sagen können wir haben eine ordentliche Arbeit gemacht vielen Dank sagt Schröder ins Mikrophon dreht sich um und geht ab KRANK ein Symposion der Bertelsmann-Stiftung Texte schreiben die man NICHT SCHREIEN kann hier für Jürgen Vogel der als schreiender Junkie in einem ununterbrochen schreienden Junkiefilm dieses ganze Junkielügenleben vor sich hin schreit alles Lüge KRANK der feingeistige Stumpfsinn, eine Art gehobene Blöd-mann-Arabeske für die allerbiederste Idee davon, was gei-stiges Leben wäre, als genüßlich kulinarische Inszenierung von Lebensart - Willemsen-Kultur DEKONSPIRATIONE ich darf Sie gleich noch einladen mit rüber zu kommen in die Runde ja danke sehr gerne FESTAKT ZUM GEBURTSTAG VON BERT BRECHT 2.2 Dienstag, 10.2.98, Bernhards Geburtstag, der wievielte eigentlich?, 57 dachte ich, aber es ist der 67., das ist viel wichtiger als Brecht, viel trauriger. mit wund gekauten Zähnen wachte ich auf pervers die Mühsal mit den Korrekturen am gestrigen Abfall so kann das nicht weiter gehen KRANK Herr Auersperg rief an: ob die Hamburger die Rave-Veran-staltung jetzt anküdigen können, wie besprochen - klaro, gerne - dann zum Stück: ich solle mich da nicht wieder so unter Druck setzen oder setzen lassen, Stücken bekäme das nicht so gut, das ginge nicht so gut, wie bei Prosa, wo man sich einzelne Szenen und Handlungsvorgänge so ganz bürokra-tisch brav vornehmen könnte, und das dann so runterschrei-ben und abhaken, jetzt die Ibiza-Szene, dann die Flughafen-Szene, usw usw. Er hätte das an seinen Schreibern im Unter-schied zu den von Frank betreuten immer wieder beobach-tet, Stückeschreiber würden also dauernd nichts tun, auf-saugen, kucken - und dann plötzlich, zack, wären die Stücke prak-tisch da. Stimmt alles, und ist ein guter Hinweis zur Abre-gung für mich. Andererseits habe ich ALLE meine Stücke re-lativ langsam geschrieben und genau eben doch unter die-sem letztlich ganz präzisen selbsterzeugten Druck: jetzt muß das Ding endlich wirklich NIEDER geschrieben werden. Es ist fertig. Genug bedacht, genügend Notizen gemacht, lange ge-nug gezaudert. Es ist so weit. Los gehts. OHNE diesen Selbstbefehl käme bei mir gar nichts zustande. Außer unun-terbrochen ABFALL natürlich, ohne Ende. Abfall ohne Ende. PRAXIS Mein Vater und meine Mutter verstanden sich als Freidenker. Das war ein Witz, denn sie waren weder frei noch Denker. erzählt der Erzähler Alan Isler im Spiegel große Kaffeeverschüttungsarie auf dem Teppich im Computer eine Post von Konrad Herrn Häberlen Abfall 3 geschickt Telefone mit Benedikt wegen Talkprobe am Samstag im Kopf: alles wirr und KRANK 1548 am Stück dann im Kippenberger-Buch geblättert und gelesen und da-von total traurig geworden Manie und Melancholie 1551 Anruf von Bernhard eine Theorie über gerade und und ungerade Beats die er den Japanern in die Krippe legen will heute zu besprechen, abends bei einem Essen 19 Uhr Büro 1626 Zeitungen gekauft unterwegs, im Gehen: eigentlich hört, streng genommen, JEDES Urteilen auf, wenn man selber in der Produktion steht - gerade WEIL man dauernd so übernervös urteilt, um im Pro-bierten zu prüfen, ob es stimmt - für einen - was man dann auch automatisch an anderen Sachen prüft, wo das aber in echt gar nicht interessiert, als Urteilsmaßstab gar nicht taugt - deswegen ist praktisch ALLES, was Autoren kritisch über andere Autoren zu melden haben, Unsinn - uninteressant letztlich, eigentlich, im Grunde - und meist auch noch ir-gendwie ein ARMUTSZEUGNIS - siehe oben als ich im Tagesspiegel in die Brecht-Szenen von Moritz Rinke reinschaute PRAXIS aß und dämmerte mich blöd - am Schluß ist alles UNSINN - und ALLES Unsinn - und Lähmung re-sultiert sortiere Zeitungen SZ, Seite 3: Vielleicht hat der Pastor seine Frau getö-tet. Eva Hesse, gestern bei Kluge: sie sagte immer ein "ja" zwischen den Worten, als automatisches Redeeinsprengsel, zwischen Sinneinheiten, was automatisch sympathisch wirkt, angenehm, vernünftig, und einfach sinnvoller, als wenn je- mand dauernd sein eigenes Gesagtes mit einem "net", "nicht" oder "nicht wahr" kommentiert. THIS IS A CHORD this is another this is a third NOW FORM A BAND - ewige Weisheit des Punkrock totale Finsternis BARACKE 2.3 Mittwochabend, 11.2.98, vormittags im Bett, mit kaputt gerauchtem Kopf, den Nachmittag am Schreibtisch, am Stück. Diese Worte darf ich nur sagen, wenn auch wirklich was weitergegangen ist. Kam mir gestern plötzlich. Erst bei meinen Spirits, Bernhards Texte für Mayday und die neuen Theorien über ungerade und gerade Beats, für die Japaner verfaßt, ge-lesen. Dann mit Alan zu Bernhards, Hilde kochte. Wir kuck-ten auf dem neuen riesigen Fernsehbildschirm eine Tier- sen-dung im ZDF über Polarbären, irre Aufnahmen und Erzählungen. Immerzu Hunger, Suche nach Nahrung. Totale Grazie aller Bewungen, klar, natürlich, aber bei diesen riesigen Tieren wirkt das so zeitlupig überschwer und unfaßbar geil. Nach dem Es-sen, auf Pro 7, saß Herr Puttkammer im Anzug mit Nasa-Aufnäher neben einem Pro 7 Heini in Weltraumklamotten und sie redeten über Weltraumreisen in der Zukunft. Um halb 11 fuhr ich ins Berliner Ensemble. Goddard hatte sich den Arm gebrochen, beim Tennisspielen, und konnte deshalb nicht kommen. Die Leute fluteten gerade aus dem Theaterfoyer, der Film war aus, keine Diskussion. Schöne Menschen, die sich Zigaretten anzündeten und miteinander redeten. Ich weiß gar nicht, wieso ich immer so hetze gegen das Theaterpublikum. Das hat sich alles total geändert, in den letzten zehn Jahren. Oder bilde ich mir das nur ein? Ich ging rein, fragte eine su-perhübsche junge Garderobiere nach Culmann. Der würde hier schon irgendwo rumlaufen und gesichtet worden sein. Oder in der Probebühne. Und die ist wo bitte? Da drüben. Ah, da drüben, vielen Dank. Dann ging ich in die Kantine, brutal voll. Drängte mich da durch, richtung Licht. Am Mikrophon: Culmann, der ansagte, daß das Buffet jetzt geöffnet wäre usw. Ich stellte mich vor. Er: ah!, hallo. Kurz geredet. Später stellte er mir Kippenberger vor und ich erzählte ihm, ich hätte ihn gestern mit seinen tollen BRECHT PORNO Statements auf Arte gesehen. Leuchtende Gestalt, sympa-thisch, wie im Fernsehen. Zuvor war ein anderer Typ herbei getreten, wie sich rausstellte ein Schauspieler des Berli-ner Ensembles. Mit dem dann geraucht und geredet wie ver-rückt. Dann kam seine Frau dazu, dann wurde es noch besser. Es ging eigentlich um alle wichtigen Sachen: Theater, Texte, Musik, Politik, Sexismus, Werbung und und und. Kurz vor eins wollte ich panisch los, um die letzte U-Bahn zu kriegen. Sie boten an, mich mit zu nehmen und mit einem kleinen Umweg für sie nachhause zu fahren. Ja? Nein? Weiß nicht. Wieso? Also gut, ja. Im Auto ging es noch über Medizin, Werdegang, Handoperation, kaputte Sehne. Jeder hat viel zu erzählen. Normal. Dann sprang ich raus, winkte und lief nach Hause. Fernseher an. Auf Berlin House die Franzosen von Air, dann das Electrolux-Porträt. Alex, als sympathisch zerstreut professorales Mastermind vielfältigster Aktivitäten. Kurz die letzten Takte von Domian wieder gekuckt. Eine Aidsfrau. Dann eine, die ihrem Erniedriger, also dem Mann, mit dem sie zusammen war, der sie aber so wahnsinnig dauernd gequält und erniedrigt hat, Scheiße in die Jackentaschen gefüllt hat, was sie superasozial von sich selber und lustig und notwendig fand. Der Freund hat sie dann aber angezeigt. Sie aber stritt ab und kam durch. Er-zählung nach einer Novelle von Heinrich von Kleist. Dann machte ich das Licht aus und rasend pochte das viele Nikotin in meinem Kopf an alle möglichen Gedanken. Richtig: Ostermeier hatte ich auch kurz noch getroffen. Er fand die Aufführung an dem Abend auch sehr gelungen. Und wir verabredeten uns auf ein Telefon demnächst. ICH HABE NIE MIT KOKAIN EXPERIMENTIERT ICH HABE ES IMMER NUR GENOMMEN 2.4 Donnerstagabend, 12.2.98. Das verschwundene Motto ist aufgetaucht, aus der Monika Maron Geschichte in der FAZ: "Nur wer nicht weiter weiß, murren sie, will wissen, woher er kommt." heute war ein guter Tag hatte ich gestern nach dem Licht ausmachen noch notiert. Nachts wachte ich dann aus einem superpräzisen Traum auf, in dem ich einen Selbstmörder, der sich eben erst aufgeknöpft hatte, von der Gardinenträgerstange runterschnitt und dann am Boden reanimierte. Seine Freundin war mit mir gewesen und hatte mich am Arm zurückgehalten, als sie sagte: ob man da wohl noch was machen kann? Sie wollte das eigentlich gar nicht, was ich voll asozial fand. Das Gesicht des Typen, wie er da hing, war so gräßlich sackhaft und entleert, erst am Boden kam noch so ein Röcheln aus dem schlaff daliegenden, leblosen Körper, was mir Hoffnung machte, daß er noch nicht endgültig tot ist. Dann wachte ich auf, erleichtert und verstört. Bevor ich wieder einschlief, hatte ich dann so komische Halbschlaf- grübelgedanken zu der Frage, warum der Erhängte nicht mit den Händen nach dem Strick greift, um sich am Hals Luft zu verschaffen, in seiner Todesangstnot? Also natürlich nur für den Fall, der auch in diesem Traum sichtlich vorgelegen hatte, daß nicht sofort das Genick bricht, daß der Hängende sich also mit seinem eigenen Gewicht via Strick wirklich erwürgt. Und ob da irgendwelche Nerven zu den Armen so abgedrückt werden, daß man zwar wohl in letzten Momenten die Arme würde heben wollen, das aber wegen der gelähmten Nerven nicht mehr ginge? Der Typ in dem Traum hatte sich also eben erst, kurz bevor wir dazu kamen, offenbar aufgehängt, denn er baumelte noch so und schien noch nicht tot zu sein, sondern irgendwie da so zu zappeln. Erst jetzt fällt mir ein, daß vielleicht die kurz zuvor gehörte Nekrophiliegeschichte, die bei Domian ein Medizinstudent aus dem 5. Semester zum Besten gegeben hatte, den Traum mit ausgelöst haben könnte. Der Student erzählte, er hätte sich neulich, ich glaube letzte Woche, im Pathologiesaal seiner Universität, wo er allein Zutritt hätte, weil er sich auf Pathologie spezialisert hat, er hat sogar die Stadt genannt, in der er studiert, die habe ich vergessen, und da hätte er jedenfalls im Pathologiesaal neulich also versucht, mit der Leiche einer vieleicht 27jährigen jungen Frau zu schlafen. Anfang des Semesters, letzten Herbst, hätte er zum ersten Mal eine ihn diesbezüglich irritierende Wahrnehmung gemacht: da habe er sich schon einmal zu einer Leiche, aber dieses Wort wäre ihm nicht so angenehm, er würde lieber von Toten sprechen, aha, na gut, einer sehr hübschen vielleicht 19jährigen Frau hingezogen gefühlt. Da wäre aber nichts passiert. Aber diesmal wäre er also da alleine mit der in dem Saal da gewesen. Und was genau ist denn jetzt passiert?, wollte Domian wissen, dieses Mal. Ja, er hätte sie angelangt, hätte da das Totenhemd, so würde das heißen, zur Seite ge-macht, hätte dann versucht, wie er sagte, in sie einzudrin-gen, was aber nicht gelungen wäre. Und jetzt? Ja, jetzt ist er also von sich selber sehr schockiert. Domian natürlich auch, auch die nächsten Anru-fer. Was muß jetzt geschehen? Domian: Er muß also morgen zum sogenannten Psychiater, oder zum Therapeuten, sofort. Ob ihm das klar wäre, was das jetzt alles bedeuten würde, für sein Leben, sein Studium, seinen Beruf usw usw. Er sollte dann am Apparat bleiben und mit der eventuell sogenannten Elke, eventuell Psychologin, noch genaueres besprechen. Alles total sympathisch und zugleich komplett grotesk. Davor der Typ mit acht Millionen Lottogewinn. Da konnte ich gar nicht zuhören, weil ich durch Rosannas Zweifel an der Echtheit der Mörder-story von neulich, so ganz auf Zweifel und Erfindung ge-eicht war. Aber wenn man so zweifelt, macht das Zuhören keinen richtigen Spaß. Ich weiß gar nicht, wie Domian selber dieses Echtheitsproblem für sich verdrahtet. Vielleicht geht es ihm im Prinzip auch so, daß er zunächst erstmal alles so ungefähr GLAUBT meistens. Sonst könnte man die Sendung wahrscheinlich gar nicht machen. Wenn er von Anrufern für seine Antworten gelobt wird, ist ihm das auf völlig vernünftige Art peinlich, auch stört das dabei entstehende Rückkopplungspfeifen den normalen Fortgang des Hin und Hers der Rede. Wer sind die blöden Idioten, die jedem dauernd ungefragt ihr blödes Urteil, ihr scheiß Lob ins Gesicht spucken? He, Depp, du warst gar nicht gefragt, bist für Lob und Tadel hier überhaupt nicht zuständig, halts Maul, Blödmann. Aber diesen Zweifel, daß er für irgendwas vielleicht nicht zuständig sein könnte, daß ihm irgendwas vielleicht überhaupt nicht zustehen könnte, kennt der normale Blödmann natürlich überhaupt nicht. Anyways. Hatte den ganzen Abend in alten Zeitungen gelesen und im Fernsehen so einen Gero-Gemballa-Bericht über Manager-Abfindungen gesehen. Mit natürlich tadelndem, dauernd leicht anprangerndem Unterton. Aber wieso soll so ein Riesenmanager in des Lebens Abendtagen nicht paar Millionen kriegen, am Schluß, wenn es ihn waffelt, durch eigene Fehler, Umstände, großes Blutvergießen, oder warum auch immer? Vorallem der eine Rechtsanwalt, der diese dann sogenannten goldenen Handschläge aushandelt, war so lässig und down to earth. Dann kam ein Ostler-Bericht über DDRler im Grenzge-biet zu DDR-Zeiten, dann über die Moskauer Schauprozesse 36-38, immer mit den Zeugen, den Erzählungen der Betroffen, was sie gesehen und gehört haben. Prinzip der Zeugenschaft: einer erzählt sein Erlebtes, das von ihm erlebte Leben. Nie war so viel Schrecken und Leid so nah für so viele, so plausibel, unabweisbar, personal gedeckt. Davor bei Pygmäen. Und ne-benher Harald Schmidt. Statt Geiß-ler lieber Schauprozeß, dann aber Sönke Wortmann eher als die Urteile in Moskau. Ne-benher machte ich Notizen für hier. So wie auch heute Mor-gen. Das so schon No-tierte müßte man dann noch mal Wort für Wort extra hier einschreiben. Bißchen ABSURD. Andererseits versinke ich im Abfall, wenn ich nur erst an-fange, morgens, die Datei Abfall zu öffnen. Notierte in alle Richtungen, probierte am Stück. Ging Zeitungen holen abends. Schickte Herrn Häberlen Abfall 4 und telefonierte davor mit ihm. Telefonierte mit Inge, der Film wäre heute abend um 12 Uhr, im Delphi. Ich soll mich nachher noch mal mit Bern-hard verabreden. JAHRZEHNT DER SCHÖNEN FRAUEN macht das Spaß wenn das alles so im Block da steht? Gedenktag heute zu Ehren von Falco Wiener Schmäh und Wien IM TREIBHAUS DES ERFOLGS 2.5 Freitag, 13.2.98. Nieselregen und Halsweh morgens. Gut an allem: Abfall, Stück. Neues, Korrekturen. Telefon mit Frank wegen Fonds, Praxis, Schutzumschlag fürs Stück. Davor Anruf von Benedikt: 1. Wir treffen uns Samstag um 9 im Roma. 2. Das eigentliche Ding fällt aus, die Generalprobe. Finde ich extrem angenehm. Fünfzig gestörte SZ-Redakteure hatten sich zum Betriebsausflug als Schumanns-Komparsen ins eigentlich geschlossene Schumanns verabredet. Und die wird man jetzt nicht mehr los, es sei denn, man sagt das ganze Ding ab. Dann sagt man eben das ganze Ding ab. Ist doch kein Akt. Absolut angenehme und schnelle und vernünftige Verständigung über alles mit Benedikt. Er agiert so geil im extrem komplizierten und konfliktreichen Feld, wo das Soziale und kreativ Produktive sich berühren. Er hat da schon so viel erlebt und immer die richtige IDEE gehabt, wie diese Dinge zu traktieren wären. Und ist inzwischen genau dabei auch noch wirklich so ein das Handwerk der Problembändigung so cool beherrschender Profi geworden. Schrieb eine Szene fürs Stück, während Westbams WE'LL NEVER STOP LIVING THIS WAY Musik lief, plötzlich wurde das ein Rap, für die WORD Serie. Musik machen wollen wieder sofort. Kam mir dann noch die Idee für Anselm, unser Residenztheaterprojekt mit der Filmsache zu verbinden, das genau auf die Bühne zu bringen: NEUE DEUTSCHE KOMÖDIE. Das wäre doch ein Kracher. Rechnete dann an den Monaten rum, ob man das schaffen könnte. Wir werden es erleben. Vielleicht. Hoffentlich. Frage mich, ob ich morgen hier vielleicht frei habe? Für Abfall, von Abfall? Apropos, das Ding. Folgende Bücher soll ich für mich besorgen: Mark Ravenhill, Shoppen und Ficken, Rowohlt Jelinek, Sportstück Blixa Bargeld, Einstürzende Texte, Gestalten Wagner, Das Ding und Big Story Kurt Löcher, Malerei des XVI. Jahrhunderts, Hatje Artforum, Konrad Artikel Patrick Marber, Hautnah Ballard, Crash Leonard Michals, Shuffle, Suhrkamp Richard Maier, Building the Getty Thomas Bernhards Andere Häuser Blanchot, Der Gesang der Sirenen Autonome Afrika Gruppe, Hb. Komm. Guerilla, Schw. Risse Kerr, Berlin Buch ÜBER DAS ÜBER 2.6 Samstag, 14.2.98. Von draußen von Walde komm ich her, ich muß euch sagen, der Frühling ist sehr - Kurz also doch noch schnell paar Splitter und Scherben der letzten Woche hier zusammenfegen und fügen und Fetzen und Lumpen aufklauben und sammeln. Wat wa denn nu allet jewesen, an nicht jelesenem und jewesenem? - Wie bitte? Noch mal in die Ja-Kerbe schlagen, während man in Wirklichkeit längst schon zurückrudert in echt. CELEBRATION Zeitaufwendig ist ja nicht das Schreiben - sondern, ewig gleiches altes Lied - das Definieren des Nichtzuschreibenden. Mathias Oswald - der heißt doch so? - war auf ntv, in dem durchgeknallten Büchermagazin, und im Zeitmagazin als Partyboy aufgetreten, und sagte lauter lässige Sachen. Er schreibt jeden Tag von halb 5 bis halb 7. Dann ruft der Rechtsanwaltberuf. Schreiben kann man in zwei Stunden pro Tag natürlich wirklich mehr als genug. Aber das AUFNEHMEN von anderem, die Einsicht ins Gegebene, in die Natur der - entschuldigung - Schrift, den aktuellen Status des Wortsinns, des vom Gebrauch der Sprache dauernd neu bestimmten Sinnes von jedem Wort, das Lesen, Zuhören, Sprechen, und dauernde Kritzeln und quasi atmende Schreiben - all das und die davon aufgeworfenen Probleme auf irgendeine Art zu behandeln, in sich zu bewegen - und gleichzeitig immer doch auch wieder genügend VERGESSEN zu können, um weit offene Handlungfreiheit und wirklich JEDE Möglich-keit im Text für sich zu sehen und zu haben - und so weiter und-soweiter usw ... - das DAUERT einfach. DAS kostet die Zeit. Dazu braucht man Konzentration und Hautlosigkeit, Verloren- heit, Ziellosigkeit, Taumeln und Santeln in Papie-ren und Texten, im Gehörten und Gelesenen. Aha. So ist das also? Nicht ganz. Denn so allgemein gesagt, kann man das alles in Wirklichkeit wahrscheinlich gar nicht sagen. Es gibt Schreiber, die lösen diese Probleme im Schlaf, beim Zähneputzen oder - und, meine Damen und Herren, warum auch nicht - beim Studium ihrer Rechtskanzleiakten oder während der Staatsanwalt vorträgt oder während ihrer eigenen Plädoyers. Was weiß denn ICH? PRAXIS Diese hochprivate Zuspitzung also, auch wenn man dauernd man sagt: gemeint ist immer diese extrem persönliche Erfahrung. Auch wichtig, um sich klar gegen als THEORIE ernst zu nehmende Versuche IN Theorie abzusetzen, mit den eigenen theoretischen Gedanken, die wirklich NIE realen Theoriecharakter erreichen können. Es bleibt immer ein selber gedachtes Denken, selbstgestrickt, wie Heideggers Socken und Denken in Bernhards Attacke, selbstgekocht, selbstgeschreinert und also letztlich theorietechnisch gedacht: Autismus. Lächerlich. Das macht für mich so Leute wie Valery oder Canetti oder wie diese Pseudophilosophen auf dem Dichterthron alle so heißen - so läppisch, letztlich abstoßend. Daß die Einsicht in diese Verhältnisse erkenntnistheoretischer, textkritischer, wissenssoziologischer Art so absolt NICHT da ist. Daß die sich selber für ernstzunehmende DENKER halten, anstatt für private Spinner, die von Gedanken heimgesucht werden. Und von dieser Heimsuchung Rechenschaft ablegen, Zeugnis geben, Kunde tun. Das ist einfach dann eine ganz andere Perspektive auf jeden notierten Gedanken. Wenn man völlig ernsthaft bei jedem Satz so mitdenkt: Ich habe nichts gesagt, ich mein ja bloß. PRAXIS Dachte über Kraftprobleme beim Stückeschreiben: das Wegwerfen und Verwerfen der Ideen und Konzepte, das Nonextensive, Reduktionistische, Hingespuckte, Hingeworfene: das ist das Schwierige. Und wenn ich an Heldenplatz denke, oder Germania 3: was einen daran so traurig macht: daß diese Verwerfungsenergie offenbar nicht mehr stark genug war, um zum Konzept zu sagen: he, Depp, WEG. Und es zu zerschlagen und zu zertrümmern, und es darüber und in der Form erst zur Sprache zu bringen. Aus dieser Schwäche im Prozedere der Produktion entsteht der Selbstplagiatscharakter beider letzten Stücke. Was ich bei den anderen immergleichen, sich selbst gleichenden und die persönliche Struktur und Manier fortsetzenden und auch im Stillstand immer neu belebenden Stücken davor - ganz anders empfinde. Das verstehen die Nachmacherschreiber, wie etwa Meinecke, nicht. Bernhard wollte ja nicht schreiben wie Bernhard. Er wollte jedesmal neu ANDERS schreiben. Bis er sich schließlich doch seiner Natur fügen mußte, und seine Musik wieder durchbrechen lassen konnte. Aber nur aus dem Widerspruch und Widerstand gegen deren Verführung kommt das Neue, Schöne, Großartige und letztlich eben dann doch Immergleiche, auch im anderen wieder Gleiche als SENSATION daher: He did it again. Again and again and again. PRAXIS 1456 schrieb jetzt hier ziemlich genau eine Stunde, mit dauerndem Blick auf die Uhr, weil die Zeit drängt. Um 16 Uhr 50 geht das Flugzeug nach München. Und ich muß hier noch packen und aufräumen und mich sammeln und ja nichts vergessen. Hinter mir, im Rücken, bricht jetzt eben die Sonne hervor. Und das Zimmer vor mir flammte hell auf. Sonntag: Ruhetag KASCHMAR 3.1 Montag, 16.2.98, Berlin. Schwerer, dicker, sommerregenartiger Regen mit tiefdunkler Gewitterverdüsterung des nachmittäglichen Lichts, während fast gleichzeitig, während das Geplatsche des niederplatschenden Wassers schon wieder nachläßt, vom Horizont her in allen einschlägigen Pastellfarben die Sonne ihr riesiges Antiding da aufzieht, giftgelb, optimistisch, überheroisch - geil. VERSCHISSENE STADT Der schönste, bekannteste Beginn einer Vorlesung - jedenfalls für paar so Leute wie unsereinen - ist natülich Michel Foucaults Beginn der Antrittsvorlesung am College de France; der sein Leuchten auch aus dem Widerspruch bezieht, daß hier jemand am Beginn des Endes einer hochambitionierten und geradezu französisch institutionengläubig und superehrgeizig betriebenen Denker-KARRIERE, alle Konsequenzen und Lasten dieses Wegs wie mit einem Zauberspruch zu verscheuchen versucht und sich zugleich, im Wissen, daß das nicht geht, all diesen Gespenstern und Dämonen stellt. Dieser Anfang sagt: Nein, bitte nicht. Ich will nicht. Ich selbst habe es so gewollt. Hilfe. Nun gut. So fangen wir also an. PRAXIS Politk: Ich hatte vergessen, daß ich KEIN REDERECHT habe, auf diesem Feld. CELEBRATION In München, gestern, war Frühling gewesen. Im Flugzeug zurück las ich den Schluß von Marlen Haushofers Wand. Daß die ganze Weisheit dieser Weltsicht von 1963 aufgegeben werden mußte vielleicht, wegen ihrer auch resignativen, sich fügenden, beugenden und hinnehmenden Momente, um rebellischeren, erobernden, auf- und an-sich-reißenden Gesten und Plänen vom Weltaufstand und Umsturz Platz zu machen, für EINE ZEIT: wahrscheinlich ganz klar. Nur, daß das immer so lange DAUERT, bis diese Dinge wieder zurückkehren können, in veränderter Gestalt, in eine veränderte Welt: seltsam. Man würde sich einfach mehr GLEICHZEITIGKEIT der ganzen Widersprüche wünschen, einen viel offeneren Krieg der Positionen, eine schnellere Wucht der Kollisionen der gegensätzlichen Sichten, Haltungen, Ideen, Perspektiven. Andererseits besteht genau dieses Imaginarium ja in der ganz realen Tatsache des Vorliegens und Vorhandenseins aller dieser Texte IN ECHT. Man muß es ja nur bestellen und lesen, fertig. Und dann speist sich das zurück, über den eigenen Kopf, in die Realität des Dikurses, via Abfall zum Beispiel, so wie hier. Und der Frau Radischen, die pro Saison vielleicht 20 oder 40 neu erschienene Bücher liest, lesen muß, kann man nicht so richtig sinnvoll vorwerfen, daß sie nicht nebenher auch noch so eine intuitiv verschlungene, dunkle, ganz andere Leseweltseite hat, wo dauernd irgendwelche Entdeckungen gemacht werden von irgendwas Versunkenem oder Vergessenen, oder? Überhaupt hat das einen Hau ins sehr Scheußliche: Abgelegenes entdecken und toll finden. Entschuldigung, daß es ausnahmsweise mal passiert ist. Was war also die Klage? Nein. Ich möchte mal genauere Interviews zum Leseverhalten von Kulturarbeitern in Redaktionen und Positionen machen. Die alte Idee, die Tagerzählung wirklich im Vorfeld ganz realistisch zu recherchieren. Aber dann kennt man die Leute plötzlich wirklich. Und hat tausend zusätzliche Probleme am Hals, die allerscheußlichsten obendrein. DEKONSPIRATIONE Gestern Abend, vor dem Zoo-Palast-Kino. Die Aufregung, wenn man plötzlich sieht, daß man die Berlinale natürlich als EVENT erleben kann, daß sie das IST. Sowas wie Mayday für uns. Der Spaß, Zutritt zu haben, einen PASS, dabei zu sein, Zuschauer, Macher, Mitmacher. Romuald Karmarkars Frankfurter Kreuz war ausverkauft. Man durfte also NICHT mit rein, stand davor, rauchte, und freute sich an dieser überdrehten Stimmung und Hysterie. Da rauschte der Regisseur selbst heran, in einem Pulk, grüßte nett und gestreßt die, die er kannte, und eilte nach innen, hinein, zur PREMIERE. Geile Szene. Großes Versprechen. VERSCHISSENE STADT Aufmerksamkeit fürs Wetter. Das ist schon DEPRESSION an sich, in Reinform. Krank. Wenn man sich das durchgehen läßt, wenn das mit einem durchgeht, diese Art Präzision dem Allervergänglichsten und zugleich Hyperpräsentesten gegenüber. Ich glaube, diesen Gedanken habe ich mal vor vielen Jahren bei Julie Burchill gelesen, in irgendeiner Kolumne. Der andere Punkt: daß gerade von den intensivsten Wettereindrucken, vom Versuch wirklich präziser Wiedergaben der sinnlich überwältigenden Daten nur so ein komisch poetisch-sentimentalischer, hochtraditionell kodierte WORTMÜLL schönster Worte übrig bleibt. Überhaupt nichts Vorstellbares. Man liest ein beschriebenes Wetter und denkt sich: Er hat ein Wetter erlebt. Es hat ihn beeindruckt. Er hat sich Mühe gegeben, das darzustellen. Die arme Sau. Was hat der denn für ein Problem? KRANK ERNST JÜNGER IST HEUTE MORGEN GESTORBEN 3.2 Dienstag, 17.2.98, Berlin. Strahlend, kalt. 1217. Julian Birger ruft an. - Stör ich? - Nein, gar nicht. - Der wievielte Anrufer bin ich? - Der Erste. - Ach, komm, das gibts nicht. - Doch, echt. - Also, Rainald, Ernst Jünger ist gestorben, und wir - WAS? ECHT? - ja, und wir - o nein, ist das TRAURIG - ach, entschuldigung, ich dachte, das ist für dich - 1236. Herr Auersperg ruft an, liest die gestern besprochene Präzisierung der neuen Regelung mit den Stücken vor. Genau. Dann ich: Haben Sie gehört, daß Ernst Jünger gestorben ist? - Nein. - Ja, mich ruft gerade ein Redakteur aus der Süddeutschen Zeitung an. - Aha. Man hat nicht mehr erwartet, daß er überhaupt stirbt. - Mhm. - Genau das aber habe ich seit vielen Jahren ununterbrochen erwartet und doch gehofft, daß es NICHT geschieht. Sein Weiterleben war für die vielen Leute, die ihn scheußlich fanden, eine irgendwie dumpf anhaltende Belästigung. Jetzt ist der Mann des Todes doch gestorben. Er war ein ängstliches Männchen, wollte sich verpulvern, verglühen, vergehen. Mit allen Sinnen hat er sich der finsteren Letzttatsache des sinnlichen Erlebens gestellt, fühlte sich ganz einfach angezogen vom Tod. Und er konnte später von dieser Jahrhunderterfahrung wirklich sprechen in Texten, vielleicht der Einzige. Daß der Tod ihn zurückwies und zurückstieß in die Schuld des Lebens, hat er mit einer Art offiziersmäßigen Würde hingenommen, erlitten und durchgelebt, als das eben nun mal Unabänderliche, Befehl von oben. Eine gewaltige Melancholie geht durch seine auf all das antwortende Obsession für Natur, Kreatur, Getier und Leben. Gebückt und gebeugt sieht man ihn da suchen, forschen und abschreiben. Und dann immer neu sich aufrichten und hinrichten als Figur, treu der Etikette einer längst versunkenen Zeit. Er war der schlechteste Schriftsteller, wie man so sagt, von Rang, das fand ich immer besonders toll. Der Nonstilist, gefoltert von stilistischen Handwerksideen zu den Vokalen, zum kleinsten Komma. "Das Komma gehört zum Duktus; der Gedankenstrich kündigt eine Schwelle an." Soso, aha, na wenn Sie es sagen! Da lacht man, da entsteht gute Laune, fast schon so etwas wie Mitleid, zugleich Respekt. Im Kleinsten, Banalsten, Biedersten und Kleinbürgerlichsten wollte er versinken, der Kleinbürger als Philosoph. Jenseits der Heroik des Arbeiters, modern im Wissen, daß dessen Zeit vorbei ist, genauso wie die des Bürgertums. Das Abenteuernde: das war eh klar, geschenkt. Biederkeit und Bürokratismus hat er gesucht und gelebt, davon superbieder Rechenschaft abgelegt: groß. Daß der Tod, den er im Übermut der Jugend herausgefordert hatte, ein überlanges Leben lang nicht von ihm weichen wollte - das vielleicht schrecklichste, traurigste und menschlichste Bild dieses Lebens. "Ernstels Geburtstag", heißt es immer wieder, da ist der geliebte älteste Sohn schon viel Jahre lang tot, "gefallen". Jahrzehnte später war auch der zweite Sohn der Schwärze und Eiseskälte, die um seinen Vater waren, nicht mehr gewachsen, hat sich "erschossen". In Träumen und Reflexionen ist Jünger seiner Schuld immer wieder nachgegangen, hat so Zeugnis gegeben von einem Zwischenreich zwischen Leben und Tod. Keine beruhigenden Nachrichten. Dort, im Furchtbaren, Angstmachenden, wollte der Ängstliche immer wieder Mut zeigen, offenen Auges schauen. Jetzt ist er da, endlich angekommen. Die Götter und Geister, die um ihn waren, denen er diente und sich verantwortlich fühlte, werden ihn führen, in diesen Stunden und Tagen. Es ist ein herrlicher, kalter Tag über Berlin. Er geht jetzt da hinaus. Traurig sind nur wir, die Sterblichen. 1448 schrieb nun also doch, nachdem ich Julian abgesagt hatte, einen Text zu Jüngers Tod. Ein Nachruf? Rief da eben in der SZ an, die netten Sekretärinnen: Julian holt eben Semmeln. Nein, da ist er. Ja, ich soll das gleich schicken. Nein, ich will es ihm bitte lieber vorlesen zuerst. Vielleicht ist das alles von den anderen ja auch schon gesagt, so in etwa. Okay, er ruft mich in einer Viertelstunde noch mal an. Jetzt essen sie alle zusammen, die da sind, erst mal Leberkässemmeln. Helmut Krausser ist auch da. Den hat Claudius eben an der Pforte, wie er seinen Text abgeben wollte, getroffen und mit hochgebracht. 1535 Korrekturen am Text gemacht, dann einer genervten Frau Mehlkorn in einem unglaublichen Tempo den Text durchgegeben. Zwischendurch meinte sie immer, ganz ungehalten: es geht bitte schneller! - Entschuldigung, Frau Mehlkorn. 1609 Anruf von Herrn Häberlen: es ist Weihnachten. Abfall ist fertig. Ich bekomme mein Paßwort. Kann nur leider die Seite immer noch nicht aufrufen. Wie gibts denn das? Mal kucken. 1611 Fax von der Süddeutschen. Text meines Textes. 1621 Frau Julia Fischer im Feuilleton angerufen und die minimalen Korrekturen durchgegeben. Gut, meint sie, die Änderungen werden gemacht. Alles so cool und lässig, das ganze Prozedere. Danke, SZ. 1701 Birgit ruft an. Sie wollen das kleine Textlein aus Rave im May-day-Booklet bringen, es wird gerade auch übersetzt, ins Englische und Französische. Ob man nun in den Übersetzungen den Eigennamen WIRR lieber übersetzen oder lassen sollte? Lieber lassen, eigentlich. Ja, das hätten die Übersetzer auch vorgeschlagen. Okay. Kurz dann noch über die Gema-Anmeldung für die Krieg-Musik. 1733 Julian ruft an: es hätten jetzt doch so viele Leute zugesagt, daß sie übermorgen nochmal Texte zu Jüngers Tod bringen würden. Er liest die Namen derer vor, die heute für morgen dabei sind. Liest Ilse Aichinger vor, Theweleit. Er hätte noch einen Absatz reingemacht bei mir, sonst wäre alles unverändert. Die Überschrift wäre: Die Schwelle. Finde ich bißchen sexuell. Also: Mann des Todes. Banal, aber wahr. 2014 installierte von den LRZ-Disketten Nescape Gold 3.1. Kriegte es aber nicht zum Laufen. Netscape is unable to locate the server proxy.lrz-muenchen.de:8080. Schade. STEINZEIT DER ELEKTRONISCHEN WELT PARTEI DER LETZTEN CHANCEN 3.3 1035 Anruf von Hans Culmann. Die Partei der letzten Chancen geht jetzt in Gründung, wann ich wie auflaufen, mitmachen kann. Sie sind da immer am Prater, proben in dem Zirkus da. Die Zirkusfamilie sei so nett. Schlingensief ist morgen mit einem Prokschdarsteller beim Opernball in Wien. Sonst immer da. 1043 Anruf von Frank: er habe eben "Feindberührung" gehabt, Herr Schöller vom Hessischen Rundfunk hätte angerufen. Nachdem Frau Streeruwitz also im letzten Moment abgesagt hätte, wollten sie jetzt wissen, ob ich da die Poetikvorlesungen filmen lassen würde. Frank: ja, prinzipiell schon, aber es bestehen da genaue Vorstellungen wie, von wegen starrer Kamera. Schöller: NEIN, kommt nicht in Frage, da lassen sie sich nicht reinreden, ich hätte schon früher mit Podak solchen Ärger gemacht, wir haben Berichterstattungsfreiheit in Deutschland usw usw. So so. Na gut. Dann eben nicht. 1513 Anruf von Martin Siebler, der Spiegel, Hamburg. Ob ich ihnen das Buch zuschicken könnte, zur Besprechung. Er werde es diesmal auch nicht selber besprechen. Nach allem, was man hören würde, worüber es gehen würde, würde er davon ja noch weniger Ahnung haben, als von den Sachen, von denen die früheren Bücher gehandelt hätten. Ich: Die Spekulationen über das Ausmaß deiner Ahnungen von den Sachen, über die du schreibst und geschrieben hast, möchte ich eigentlich ganz dir selber überlassen, ha ha. Er: Er hätte gehört, ich selber würde das Buch an ausgewählte Leute verschicken. Ich: Nee, überhaupt nicht, es erscheint, wenn es erscheint. Er: Ach so, gleiche Chance für alle. Ich: Nein, Ruhe für mich. Ich bin heilfroh, daß ich noch bis Ende März Ruhe habe für das neue Büchlein, an dem ich sitze. - Anschließend und abschließend wünscht man sich gegenseitig noch frohes Schaffen. - Ich hatte ihn neulich bei der Krieg-Premiere in Hamburg darauf angesprochen, daß ich schon wieder ganz gespannt wäre, auf seinen nächsten Verriß meines nächsten Buches. Er: wieso? Der wußte das natürlich gar nicht mehr, daß er alle Bücher von mir besprochen und verrissen hat, außer das erste, immer im Hinblick darauf, daß alle nichtersten nicht so geworden waren wie das erste. - Früher fand ich es eine ein bißchen anstrengende Zumutung, daß er in der persönlichen Begegnung die Erwartung signalisierte, daß ich ihn einen wahnsinnig netten, interessanten, interessierten und intelligenten Zeitgenossen finden sollte, der zwar alles, was ich wirklich mache, schriflich öffentlich scheiße findet, aber das sollte uns doch nicht hindern, einfach so bißchen locker und lässig gute Freunde zu sein, im unmittelbaren Umgang, wenn man sich zufällig mal so trifft. Bei Theos Geburtstagen saß man dann da so rum, und ich quälte mich ab mit dem Gefühl, gequält zu sein von der Frechheit dieser Erwartung, daß das Schriftliche doch auf einem ganz anderen Blatt stehe als das direkt Persönliche, davon dann auch noch ganz direkt belästigt zu werden, vom Herrn Siebler. - Dann habe ich mich irgendwann damit abgefunden, mit diesem Verfolgungs Zusammenhang, auch weil es ja keinem anderen Schreiber anders geht. Weil jeder von irgendsoeinem Immergleichen über all die Jahre hinweg immer wieder besprochen wird. Seither ist das Problem komischerweise weg. Er selber ist inzwischen beim Spiegel in so ein POSITION eingerückt. Für mittelmäßige Leute immer ein Segen. Die werden dann einfach netter dadurch, das Nervensägenmäßige geht weg, etwas fast Demütiges kommt. Sie wissen ja selber inzwischen, wie weit es her ist mit ihren Talenten, mit ihrem Können und Wissen. Wie das im Verhältnis steht zu dem ihnen von ihrer Postion Geliehenen. Sind das alles komplett asoziale Überlegungen? Es ginge eben darum, eine unnörglerische Perspektive auf all diese Schreiber Realitäten und Verhältnisse zu finden. Eine Darstellungsweise, die stimmt und gute Laune macht. Und trotzdem die ganze Melancholie der irgendwie immer irgendwie gescheiterten - IMMER? - GESCHEITERT? - was rede ich denn da? DEKONSPIRATIONE 1631 das Wunder ist geschehen: ich bin eben mit meinem Netscape Programm auf meiner Abfall Seite gelandet. ES GEHT! Ein kleiner kleiner Schritt für die Menschheit, ein riesen Schritt für mich. Wollte eben schon die LRZ-Hotline anrufen, um zu fragen, warum mein Netscape Programm den Host nicht locaten kann. Startete das Programm, und da ging es jetzt plötzlich. Wunder der Schöpfung. STEINZEIT DER ELEKTRONISCHEN WELT 1719 jetzt steht also der erste Abfall im Netz - beim Versuch den zweiten gleich hinterher zu schicken meldete das Programm in riesigen Buchstaben: Error: script http://www.suewestnet.de/rainaldgoetz/scripts/add.pl encountered FATAL ERROR okay, Steinzeit, immerhinchen geht es ja so bißchen 22 Zeilen 70 Anschläge Datum und Ort oben: weg Schlüßel unten: weg Einzug: kleiner auf Mitte: wie? 1857 eingekauft und Nachrichten gekuckt. Wie scheußlich das Ganze natürlich werden kann, wenn da dauernd auf die Art ins Blau dahergelabert wird. Andererseits geht es ja genau um diese Art von Dreck, absurderweise nochmal andererseits genau um ein FORM dafür. Es gibt ja nichts, was ich nicht sagen würde wollen, was ich denke, finde, tue. Die Frage ist nur, WIE kann es rauskommen, ohne zu nerven. Ohne forciert wahrhaftig zu sein. PRAXIS 1915 Anruf von Julian. Nochmal über die gestrige Arbeit. 2312 Fernsehen Das Grundnahrungsmittel. Hunger, Freude, Alltag, Reichtum. DIE SPIELER reichen sich die Hände tauschen die Trickots es muß niemand traurig sein es war ein großer Abend die SPD nannte dies einen Faschingsscherz EIN MANN VON 43 JAHREN 3.4 einen Moment lang ist alles Hoffnung Auftrieb, Energie, dann - fällt es aber auch schon wieder in sich zusammen KRANK 1155 hja es ist eine sehr komplizierte Situation aber ich denke es geht weiter meldet Franzsika Schenks Trainer, sie selber will natürlich sofort wieder im Sportstudio auftreten heute Abend, nach ihrem Sturz eben, merkt gar nicht, wie sie ihre komische Imagekiste da überreizt - oder spinn ich? 1448 Anruf von Bertram. Besprechung der Pläne für München. Der Auswahl zum Theatertreffen. Die Ästhetik der Baracke. Unsere Lage, unsere Probleme, unser Ding. Er beginnt damit: hast du zwei Minuten? - Klar. - Wenns schnell geht, dauert es dann zwanzig. - Und ich komme unter den Bedingungen dieser dauernden kleinen Unterbrechungsvorgänge einfach zu keiner richtigen geschlossenen, ruhigen Konzentration. - Erregung auch, weil Christian das Rave Manuskript natürlich doch wieder weitergegeben hat, entgegen allen Absprachen. KRANK 1452 Direkt danach Anruf von Tobias. Ob ich die Übersetzungen fürs Booklet sehen möchte? Nein. Ideen für die Gestaltung hätte? Nicht wirklich. Ich soll doch morgen vielleicht mal ins Büro kommen und einen Blick auf die Seite werfen. Gerne. Gemeinsame Freude am 'geht doch' im Textlein. 1514 so geht es auch nicht weiter: Liste der Anrufe: Referat des Besprochenen: Blödsinn, Quatsch, KRANK. hierzu ergibt sich kein Widerspruch und somit eröffne ich die zweite Lesung das sind immer wunderschöne Momente 1637 Sabrina Setlur, mit ihrer komischen Mundhaltung, hier im Freisein-Video: die Lippen ganz streng zusammengepreßt und aufgeworfen zugleich. Cool, böse, ernst. Aber natürlich nur als ausgedachtes Ding, angestrengt, so daß es ganz uncool und lächerlich wirkt, das Cool- und Bösesein. Der einzig aus dem 3P-Stall, bei dem das normal und echt rüber kommt, ist Moses Pelham selber. Die anderen MÜHEN sich da alle so ab, so gestört. 1712 jetzt also mit Christian telefoniert. Der Rave-Verrat. Regt mich so auf. Komme nicht zur Ruhe heute. Was ist bloß los in meinem Kopf? 1715 suche nach einer neuen Satzform ohne Einzug. Wohin mit den schönen Zeifziffern? Das Blättrige, Flattrige erhalten. Wie? Habe tatsächlich noch keinen einzigen klaren Gedanken gefaßt heute. Das nervt. Ist das krank? Ist das normal? Krank, krank, KRANK. ich will freisein nur freisein freisein nur freisein ich will frei sein Toller Track. Komische Melodie, catchy und strange, wie die S-Klasse-Hits davor, ein irgendwie wirklich NEUER Melodie-Style, finde ich. Tolle Sound-Welt von 3P. Mit allen Registern, konventionell, nach allen Regeln der Kunst der Sache, und trotzdem irgendwie eigen. Irritierend, angenehm. ein selten schöner Tag neigt sich dem Ende zu da gibt es in Hauptstädten eine alte Regel die besagt die die etwas wissen reden nicht und die die reden wissen nichts so begannen mit reichlich Geschunkel und Gesang die tollen Tage KRANK alles Walzer und viel Vergnügen MEER DES FRIEDENS 3.5 Freitag, 20.2.98, Berlin. Wachte mit gräßlicher Panik auf, wegen Zeit, Termin, Wirrnis der Verhältnisse, arbeitsmäßig praktisch völlig verlorener Woche, wildesten Umsturzphantasien für alles, Unglück, Hoffnungslosigkeit, Angst usw usw - und ich redete dann auf den Verrückten besänftigend ein mit den Worten: Meer des Friedens in mir mehr des Friedens Meer des Friedens in mir Meer des Friedens mehr des Friedens in mir Meer des Friedens und tatsächlich, als wäre man wirklich nicht ganz dicht, stellte sich wieder, wie durch die Ruhesuggestion mit der Atmung neulich, ein fast instantmäßig veränderter Geisteszustand ein, einen ersten Moment lang jedenfalls, dann merkte das Gehirn den Betrug, und die Panik schoß ganz ungehindert wieder hoch. Dann aber war, durch die kurze Erfahrung der Möglichkeit des Wechsels des Erregungslevels, der Freiheitsgrad gewachsen, anders zu empfinden, als vom Panikdiktat diktiert. Man sah eine Lernmöglichkeit, vernünftig zu werden und bemühte sich, die zu nutzen. Schwierig. Ruhe, Panik, Ruhe, Panik, Ruhe, Ruhe, Panik, Ruhe. Ruhe. Ruhe bitte. Bitte Ruhe. Ruhe, Ruhe, Ruhe, Ruhe. Dann auf. Und mit dem Computer gestritten. Mit Herrn Häberlen telefoniert. Gefroren und Kaffee getrunken. Und in Baden-Baden ist natürlich schönstes Frühlingswetter. Die gestrige Post an Konrad konnte wieder mal nicht zugestellt werden. Die Götter der STEINZEIT DER ELEKTRONISCHEN WELT wissen oder wissen auch nicht, wer weiß, warum. Finster, diesig, verhangen. LETZTER RITTER VON DER TRAURIGEN GESTALT 3.6 Das Meer des Herzens geht in tausend Wogen dichtet Arte in einer Sendung über den Sufismus Samstag, 21.2.98, der erste richtige Frühlingstag hier in Berlin. Ich räumte in der Küche, im Schlafzimmer, im Arbeitszimmer: Zeitungen, Zeitungen, Zeitungen. Las alles, was nicht - ja, ich weiß gar nicht, alles eben. Rolf Winter schreibt in der Woche über bunte Zeitungen und das neue Gesicht der Zeit. Herr Ott setzt in der Süddeutschen Zeitung seinen heiligen Krieg gegen Kirch fort. Was hat der füchterliche böse Kirch dem armen Herrn Ott angetan? Wir werden es nie erfahren. Auch Todesanzeigen müssen wieder auswendig gelernt werden. Thomas Assheuer über Celan bei Heidegger, vorgestern über das neue Handke Buch. Wie ich gestern an der Jungfernheide auf den Expreßbus wartete, kamen mir dann plötzlich Ideen zu einer Handke Besprechung, in der Assheuer Art, nur vielleicht noch schärfer in beide Richtungen: verstehend und kritisierend. Dann machte ich paar Notizen dazu, und spürte sofort, wie ich mich da wieder HEILLOS verrennen würde, wenn ich das wirklich versuchen würde, das darzustellen, was ich da dazu denke, finde, meine etc. LÄSCHERLISCH. Ich las Suicidels Artikel über das Suicide Heft von Benetton. Neulich haben sie irgendwo wieder gemeldet: die zweithäufigste Todesursache unter Jugendlichen. Ich las Beaucamp über Heisig. Machte Tüten: Abfall aus Abfall und Jeff Koons. Im Fernsehen kam Madonnas neues Lied FROZEN. Dachte, wie geil das ist: die lässige Luftigkeit des rhythmischen Basistracks, und dazu das Italo-Mafiafilm-Opern-Sentiment der Streichermelodie, und dazu ihr Gesang. Dann: als Idee fürs Stück. Was würde das heißen? So eine Struktur anzustreben? Was würde das in einem Theatertext heißen? Welches Formabstraktum sozusagen wäre diese Mischung ganz konkret? Dann schaute ich auf Vivas Videotext die Charts an, von 1 bis 100. Vorallem um zu kucken, ob Crash Course schon eingestiegen ist. Freisein steigt von 30 auf 28. Tom Novy, Superstar, auf 31. Missy Elliot, wo ich immer mitzähle, um zu hören, wann was wo kommt, und vor allem wo was NICHT kommt, um zu verstehen, warum das so FETT wirkt, obwohl so wenig los ist eigentlich, wie das GEMACHT ist. DER LUFTGEIST DER KRITIK, von Ulrich Raulff, hundertmal schon angefangen, immer wieder von einem Zimmer ins andere mitgezogen, über Günter Metken, 70. Dann zum 60. Geburtstag von Hödicke. Das ist die GRAUSAMKEIT der Faz: den Leuten schon zum 60. Geburtstag so einen Würdigungsprügel überzuziehen. Brutal. Dann blätterte ich in Allegra, im Sonderheft über "love & sex". Super vorallem der Editorial, mit der Fotogalerie der Macher. Besonders schön geworden: Harald Braun. Schaut es euch selber an, es ist mir fast zu mühsam, das zu beschreiben, er schaut einen jedenfalls an wie so ein Flatz für Arme, der Bart, die Brille, dann der Text: "Harald Braun ist bei Allegra für Kultur & Sex zuständig." Schöner kann man es doch kaum sagen. Zuständiger. Dann der erste Text von Stefanie Hellge, die mich mal bei einer Geburtstagsparty von Benedikt so koksmäßig überdreht angesägt hat, was ich voll lustig fand damals, total gestört. Dann las ich Wiglaf Droste als Christiane Sabinsen über irgendeine abstruse Unterlassungs Klage. Im Fernsehen: Narren ohne Ende. Eben küßte Herzog mit Narrenkappe eine Närrin, ganz fest, zweimal, oder dreimal. Toll war Tommy Ohrner vorhin, im Eröffnungsmonolog zur Jahressendung der versteckten Kamera. Bis in die Gestik und Sprachmelodie hinein hat er wirklich das amtliche Sonnyboy-Erbe angetreten, auf dem Gottschalk-Thron. Dann las ich den Brief von der Honorarbuchhaltung, z. B.: "-13 Expl. (3 verkauft, 16 remittiert)". Umgekehrt wärs schöner. Dann las ich, wieder in der taz, Eugen Fröhlbecks Internet Surfbrett über die Berlinale Netzadresse, nett, besonders der letzte Satz: "Desgleichen der Ton zuweilen." Dann rief Sigi an und sagte, ich soll endlich wieder nach München kommen. Das Wetter wäre so geil, schon die ganze Zeit, und ÜBERHAUPT. Dann schaute ich im Deutschlandbilder Katalog Bilder von Heisig an. Jetzt ist hier Feierabend. Ich muß nämlich noch bißchen LESEN. abgefertigt, ausgebeutet und erniedrigt GESPRÄCHE IN BAGDAD 3.7 Armut: man fängt an, mit zwei Fingern im halbvollen Staubsauger-Papiersack nach den Staubballungen zu tasten, ob man das Ding schon wegschmeißen muß, oder ob es eigentlich noch geht, gehen müßte, obwohl die Saugkraft schon so schwach ist, beim laufenden Staubsauger usw usw, und ehe man sich versieht, puhlt man da so konzentriert wollige Staubballen aus dem engen Staubansaugeloch, wie so ein Gestörter, total Kranker - wirklich Armut? Oder ist das nicht eher schon Geiz, Angst, Angstgeiz, totale Perversion? Kaputte Szene. Krank. Große Haushaltsoper, riesen Spaß. ich will lesen, arbeiten, allein sein fernsehen, reisen, mich bewegen frei ich will frei sein nur frei sein nicht die vom mündlichen Erzählen schon ganz abgeschliffenen, fertig gemachten Geschichten auftischen und verzapfen wollen, im Schriftlichen, im erzählenden Text, - aber eben umgekehrt auch nicht aus den finster geheimnisvollen Tiefen des ganz und gar STUMMEN der Dinge und den menschenfernen freien Höhen der Abstrakta her sprechen wollen - sondern so einen Mittelort suchen, wo das ausgesprochene Wort sensationell ist, Diskretionsgrenzen berührt, das Denken verändert, Bilder schafft und präzisiert - wo also die gesprochene Sprache als was Tolles erlebt wird, Vergnügen spendend, banal, alltäglich und doch sehr MÄCHTIG, aber nicht zu was Heiligartigem hinstilisiert wird, sondern in ihrer Gebrauchsgestalt sozusagen heimlich nur verehrt wird - und wo die Erzählungen im Mündlichen so Eichmesser und Naturalhorizonte sind für Klang und Stimmigkeit der schriftlichen Erzählungen - erzählen wie erlebt und erzählt ... PRAXIS entschuldigung - als mir Jüngers Siebzig verweht V eben vom Stuhl auf den Boden fiel - zum Buch, zu Jünger, zum Ganzen der Situation, in der ich ungeschickt war - und gleich danach versuchte ich eine Mücke, die mir zwischen Bild der Schrift am Laptopbildschirm und meinen Augen umhertanzte - die erste dieses Jahres - zu ERSCHLAGEN - mit den gedachten oder gesagten Worten: also DAS geht ja nun jetzt zu weit - zwei mal schlug, nicht sah, ob ich sie traf - und dann dachte: was war denn DAS jetzt wieder für ein Anfall? Wieso darf denn diese Mücke hier nicht bißchen vor mir tanzen? Was geht denn da zu weit? Wieso? Heute morgen, im Bett, beim Lesen im Jünger Buch: der Text war nicht tot und verriegelt, von der plötzlichen realen Leblosigkeitstraurigkeit - wie ich es bei den anderen Toden so stark empfunden habe: Warhol, Bernhard, Foucault, Heiner Müller - sondern plötzlich sogar viel freier, leichter, zugänglicher - eine Art offene Ruhe - total schön -ist das alles? -ja -neun Mark zwanzig bitte -bitte -und elf -danke -einen schönen Sonntag wünsche ich noch -danke, Ihnen auch -auf wiedersehen -wiedersehen im Zeitungsladen, und wieder hoch, mit: Bild am Sonntag (Modern Talking wieder vereint) BZ am Sonntag (Deutschland im Gold Rausch) Welt am Sonntag (Abschied von Ernst Jünger) Tagesspiegel (Robert de Niro auf der Berlinale) hatte die Brecht Umfrage der Zeit, irgendeine soundsovielte Seite dazu, schon zum Zeitungs Abfall gelegt gestern Abend, dann doch wieder zur Hand genommen und hoch getan, auf den Kühlschrank - und las da heute morgen, von Doris Schade, diesen wunderbaren Satz zum Problem: "Er will einfach, daß klug ein gutes Theater gespielt wird." Das wäre ihr Ergebnis ihrer Beschäftigung mit Brechts Theorien übers Theater. Genau, genau, genau, finde ich auch. Und sie fügt hinzu: "Doch scheint mir gefährlich, dies so genau zu beschreiben." Auch das stimmt ja. Hindert aber andererseits auch nicht, daß Leute wie sie diese Theorien lesen und genau RICHTIG verstehen wahrscheinlich. Und gefährlich ist auf eine Art JEDE Theorie, die von Praktikern und Nichttheoretikern gemacht wird, siehe oben, bzw unten. PRAXIS die MAROTTIFIZIERUNG des Stils: der "Berliner Anthropologe Friedrich Durkheim" berichtet in seiner Berlinale-Anthropologie in der taz wieder mal aus der Welt seiner Feldforschung - aber was gibts denn da zu meckern? Dagegen zu sagen? Es ist ja eigentlich interessant, es ist ja eigentlich ganz wunderbar, und was ich hier mache, ist ja im Grunde auch überhaupt nicht etwas so total anderes. Ganz abgesehen davon, wieviel ich selbst ihm verdanke, als er beim Merkur Redakteur war, dann bei Transatlantik. Wiederum andererseits hat er sich - aber ach, was solls - Ich finde nur, der einzige der so schlaff vor sich hinlallen darf, öffentlich, gedruckt, ist Harald Schmidt, der große Focus-Kolumnist. Ich lese das zwar fast nie, macht aber nichts. Harald Schmidt selber liest die Kolumne auch nicht, weiß ich genau, der schreibt sie nur schnell, im Taxi. Oder spricht sie gleich auf Band, während er am Kinderspielplatz auf der Bank sitzt, anstatt mit blöden Mitmüttern zu fraternisieren. Oder er pappt am Schreibtisch geistig bißchen Brainpool Abfall zusammen schnell. Wo die Kolumne so ein wurschtig amerikanischer Nebenzustand ist, nicht der gravitätische Ort der politischen Kämpfe wie bei Theodor oder so ein poetisch provinzieller Provinz-Poesie- Freiraum wie bei Frau Venusberg - entschuldigung Thomas. Letztlich geht es um den Status des GEDRUCKTEN. Wie locker man sich da machen will. Am besten natürlich unendlich locker. Bloß: was macht einen lässigen Lockerstil aus, was einen blöden, einen, der einen nervt? Wahrscheinlich irgendsowas Diffuses und doch Entscheidendes wie der geistige Duktus eines Menschen, des Schreibers, des Erzählers, des Menschen, der da in lockerer Weise und also ganz ungeschützt direkt zu einem spricht, schriftlich. Und da kommt dann Stil als Marotte ins Spiel: das heißt, wie schnell einen eine eigene Form nervt, die eigene Melodie abstößt, das sich im Nu Einschleifende anwidert, das bißchen Gekonnte einfach ankotzt. Daß man darauf einfach keinen Bock mehr hat. Daß einem das einfach zu hohl ist, fünfzehn Jahre lang da auf EINER Sounderrungenschaft rumzuturnen. Das muß einen doch komplett deprimieren, so eine Art Stillstand. Und genau diese Depression strahlt für mich das Marottöse des Sounds des "Berliner taz- Essayisten Friedrich Durkheim" aus - entschuldigung Herr Durkheim. PRAXIS in AUTOREN OHNE OHREN gestern, von 5 an: dauernd alle Nachrichten gekuckt, auf allen Sendern, um was von der Jünger Beerdigung zu sehen. Kamen dann sekundenkurze Beiträge. Man sah einen offenen Holzwagen, mit dem Sarg, wovon eigentlich gezogen? Von Pferden? Unten schwankte so ein Eimerchen. Bunte Uniformträger gingen daneben. Oder trugen die den Sarg? Ging alles zu schnell, wirklich nur Sekundenbilder. Und dann, Gipfel des Schwachsinns der Kameraleute: den komischen Teufel, den Ministerpräsidenten und noch so einen Politiker, die man eh dauernd sieht, die mußten jetzt hier also auch wieder als die fast einzigen Trauergäste länger gezeigt werden, dringend. Die Hohlheit der Leute vom Fernsehen ist wirklich absolut unübertroffen. Strafe, Haß, Niedertracht, böseste Wünsche und Verwünschungen. - Jetzt lese ich im Seite 1 Bericht der Welt am Sonntag. "Nach der Feier wurde Jüngers Sarg, begleitet von Abordnungen von Bürgerwehren aus Oberschwaben, zum Familiengrab auf dem örtlichen Friedhof gebracht. Dort liegen auch Jüngers erste, 1960 verstorbene Ehefrau Gretha sowie seine beiden Söhne Ernst und Alexander begraben." der fliegt wie ein Adler frei und verwegen das wollte er auch nannte sich ab sofort Falco Glockenläuten, 18 Uhr: PANIK, Angst, Horror. Verschissene Stadt. Terror der Kirche. Davor im Internet eineinhalb Stunden nach Jünger und Luhmann gesucht. Der resultierende Geisteszustand: totale WIRRNIS. Da ist lapprigstes Zeitungslesen und Zeitschriftenblättern ganz strenge Sammlung dagegen. Aua. Immerhin fand ich ein Luhmann Interview, das ich noch nicht kannte, aus dem sogenannten Sonntagsblatt, über das Medienbuch, wo er sagt: "Selbst daß Serbien und Bosnien überhaupt existieren, weiß Handke doch nur aus der Zeitung." Und schöne Sachen dieser Art mehr. SPONTANER JUBEL 4.1 Könnte das Herz denken stünde es still Stimmt ganz bestimmt nicht. Ganz im Gegenteil. Der Satz kommt von Joachim Kaiser, der sogenannte Fernando Pessoa hätte das gesagt. Was war oder ist der Mann von Beruf? Dichter wahrscheinlich. Die Grenzen des metaphorischen Sprechens; oder auch nur, daß ich daran keinen richtigen Spaß haben kann, weil das Material eine andere Sprache spricht, der Mensch, die Medizin, eine viel vernünftigere, reichere, ernstere, richtigere - für mich halt, klar. Kaiser war in London im Museum und war, bei ihm ein absoluter Sonderfall, weil er optisch ziemlich unterbelichtet ist, von einem Gemälde richtig angeschaut, betroffen, erschreckt, bewegt: ein sehr spätes Selbstporträt des sehr alten Bonnard. Ich notierte mir: Hamsun, Auf überwachsenen Pfaden, Altersaufzeichnungen, an die Kaiser sich von dem Bild erinnert fühlt. Aus dem ewigen Bildungsschatz des Feuilletons. PRAXIS aber mich interessiert immer noch DIE BOTSCHAFT DER STRASSE man kann nicht in die Geheimnisse von mehr als EINER Kunst wirklich eindringen - leider. Wie ich eben die Jeff Mills CD einlege und denke: schade, daß ich nicht mehr Musik machen kann - um wirklich zu dem Punkt zu kommen, ein Präzisionspunkt, der nur aus ununterbrochener Produktion hervorgeht - wo ich da Aussagen machen könnte, auf diesem Feld, in dieser Form, auf der Ebene DIESER Sprache - der Musik eben - und wie immer in dem Zusammenhang sofort an Achternbusch dachte - auch wegen der Fan-Besprechungen überall für seinen neuen Film (Eugen, Julian) - und es auch immer als eine Art BELEIDIGUNG der speziellen Kunstform empfinde, des Films also bei Achternbusch, der Malerei - wenn jemand, insistierend auf dem Dilettanten-Bonus und ja aber in Wirklichkeit (33. Film oder so) doch genau NICHT mehr Dilettant - sich einer Kunst nur so BEDIENT, ohne sie sozusagen zu erfüllen - ohne Respekt vor ihr, vor ihren Geheimnissen und Gesetzen, ihrer speziellen Wahrheit und ihren Weisheiten usw usw - nur so für sich - ANDERERSEITS aber natürlich - PRAXIS am nächsten Morgen unten am Fluß wir sind müde und abgekämpft wir frieren und wir sind hungrig MIT SCHWEREN SCHATTEN AUF DER SEELE 4.2 Dienstag, 24.2.98, sehr trüber Tag. Schrieb am Stück. Auf der Suche nach der dramatischen Ballung im ersten Akt. Gestern machte ich Korrekturen am zweiten. Heute kam dann wieder so ein komischer Poesieirrsinn dabei raus, anstatt Personal, Plot, Ballung, Konflikt. Trotzdem. Wie heißt es doch so schön in Rossini, aus berufenem Deppenmund da: Ich hab ein GUTES Gefühl. Genau. Ich auch. Ich hatte das Telefon ausgemacht, um mich besser konzentrieren zu können. Jetzt zeigte sich aber, daß der Faxapparat doch noch so leise schnurrt. Und wenn ich die Information erst mal HABE, gelingt es mir nicht, NICHT hinzugehen. Konrad hatte ganz früher auch schon immer die Position vertreten: wenn das Telefon läutet und man ist da, MUSS man hingehen. Gebot. Das fand ich immer als Prinzip gut, gegen meine Asseltendenzen. So bekam ich also doch Anrufe von Frau Tiedke vom Residenztheater. Und von Herrn Raddatz vom Schauspielhaus. Es geht um die Modalitäten der Rückzahlung des Geldes, das sie mir versehentlich zu viel überwiesen hatten: 15 000,- Mark zu viel. Ich hatte dann da bei Christian angerufen, am Freitag, und gemeldet: ich glaube, ich muß das leider melden: ihr habt mir leider bißchen zu viel Geld geschickt. Christian: du könntest es natürlich auch so machen wie Achternbusch, der statt 500000 Schilling versehentlich 500000 Mark von Österreich bekommen und dann auch gleich für den nächsten Film ausgegeben hatte, angeblich. Angeblich müßte man so was dann auch nicht mehr zurückzahlen. Das wäre dann quasi die Gespenst-Rate, die Zimmermann selig dem Achternbusch wegen Blasphemie vorenthalten hat. Oder wie war das? Ewig her. Romuald Karmarkar hat in der Süddeutschen Zeitung berichtet, daß sein Frankfurter Kreuz von den Berliner Berlinale Behörden nicht zum Wettbewerb zugelassen worden ist, praktisch kommentarlos. Da wäre er in Venedig besser behandelt worden. Und sein neuer Film wäre von der Förderkommission auch abgelehnt worden. Frechheit. Ein sogenanntes Originaldrehbuch von Bodo Kirchhoff, Deutsche auf dem Flughafen von Manila, mit berühmten Schauspielern usw usw. Irgendwie denkt man automatisch: wenn mal was gelungen ist, man sich so bißchen durchgesetzt hat, müßte es in Zukunft mit den neuen Sachen auch irgendwie leichter und besser gehen. Stimmt aber nicht. Die Erfahrung sagt was anderes. Es ist immer neu gleich schwierig, irgendwas realisiert zu kriegen. Und es wirkt immer bißchen komisch, wenn sich Leute darüber beschweren, daß sie schlecht behandelt werden, nicht ihrem Status entsprechend gewürdigt würden. Mit jedem Erfolg öffnen sich Türen, und gehen gleichzeitig auch welche zu, aus Trotz, zum Ausgleich, einfach so, aus Zufall. Fallen aus Zufall zu. Ja. Macht doch nichts. Muß doch nicht alles immer nur immer besser werden. Es wird halt vielleicht besser UND schlechter meistens, oder? Oder ist das der totale Schwachsinn? PRAXIS Stimmt: Krausser fällt mir dazu auch ein. Er jammert darüber, in September war das glaube ich, daß der Lektor so komisch distanziert oder desinteressiert auf sein neues Buchmanuskript, die Callas-Story, reagieren würde. Immer was anderes zu tun hätte. Nicht erreichbar wäre. Nicht zurückrufen würde. Und ich immer denke, daß das so ein Zielpunkt für das Sozialprozedere als sozusagen freier Schreiber wäre, daß man das immer einzurechnen versucht: diesen riesen Unterschied, daß die anderen alle in ihren Institutionen und Sozialmaschinerien sitzen, in den Redaktionen und Verlagen, Dramaturgien und Agenturen. Und man selber einfach nur so bei sich, allein, daheim. Auch DESHALB ist es so wichtig, dann und wann in diese anderen Außenproduktionsstätten reinzugehen, als unsereiner, um das da wirklich mal mitzukriegen: wieviele zig und hunderte Sozialkontakte, Einzelereignisse, Zerstreuungsmomente und Entscheidungssituationen da jeden Konzentrationsakt durchschießen und überlagern, durchkreuzen, grundieren und mitbestimmen. Daß das wirklich TOTAL andere Vorgänge des Produzierens von Entscheidungen und Produkten sind, als eben die in der Stille der Klause der Schrift des einzelnen Schreibers usw usw. PRAXIS als erstes zerstören wir ihre Augen und Ohren hatte in Spiegel TV vorgestern lüstern der amerikanische Kriegsspezialist gemeldet und dabei auf die Karte des Irak gedeutet. Wahrscheinlich aber kommt es jetzt doch anders. Ich war dann gleich wieder ganz dabei, im Theatre of War, wie 91, in London. Die Berichterstattung darüber, was geschehen könnte, schafft so eine Gier, daß irgendwas dann auch wirklich geschieht, IRGENDETWAS, ganz egal was. Und ich rede da nicht von irgendwelchen anderen Deppen, sondern von mir selber. Sofort springt die Irritation an: wie asozial, kaputt oder normal ist so ein Reaktionsgefühl. Großer abstrakter Moralprozeß, von der Art wie man ihn in der Kindheit dauernd gegen sich führt, im Inneren der Emotionen und Intuitionen. Jeder für sich, gleichzeitig bei ganz vielen. Unio Mystica der planetarischen Events. Vielleicht habe ich auch nur bißchen zu viel Jünger gelesen gerade. Tschuldigung. they don't know what it is but they enjoy all the pleasures of it POLITISCHE PLANUNG 4.3 das Denken des Herzens: badum badum seine Sprache: badum badum sein Tun: badum badum sein Wollen, sein Streben, sein Sein und sein Glück: badum badum badum das ist das Herz: Herzschlag solange es lebt KRANK Abends. Schwer. Mittwoch, 25.2.98. Gestern in der HdK bei einem Brecht-Abend. "Käte, du sollst blau tragen". Am Anfang hat der Slapstick genervt, nach einer viertel Stunde fand ich es ganz toll. Das Komische, Parodistische, hysterisch Überdrehte wurde so eine extrem vielfältige, reiche Palette. PRAXIS Im Internet war ich auf einen Luhmann-Aufsatz zum GEWISSEN gestoßen, dessen erste Seite ich mir ausdruckte. Das klang so toll. Dann suchte ich in den Bänden der Soziologischen Aufklärung, ob der da abgedruckt ist. Ich dachte, ich hätte auch Band 1 da, den fand ich aber nicht und landete dann in Band 3 an so einer Altlieblingsstelle, aus einem Aufsatz von 1979, wo es um Wissenschaftssprache geht, Seite 176: "Zum Schluß noch eine Bemerkung: Ich denke manchmal, es fehlt uns nicht an gelehrter Prosa, sondern an gelehrter Poesie. Wissenschaftliche Theorien haben einen eigenen Weltstimmungsgehalt, den sie selbst (bei allem Einbau von Selbstreferentialität) nicht formulieren, vielleicht nicht einmal wahrnehmen können. Die so unzulänglichen Versuche einer politischen Interpretation der 'eigentlichen' Aussage von Theorien zeigen diesen Bedarf nach einer Zweitfassung an, ohne ihn angemessen befriedigen zu können. Vielleicht sollte es statt dessen für anspruchsvolle Theorieleistungen eine Art Parallelpoesie geben, die alles noch einmal anders sagt und damit die Wissenschaftssprache in die Grenzen ihres Funktionssystem zurückweist." PRAXIS Weltstimmungsgehalt Parallelpoesie Dann schrieb ich ein einen Brief und brachte ihn zum Briefkasten. Dann rief ich bei Herrn Häberlen an, und er sagte, der Fehler wäre behoben. am Ende war das Wort hatte es vorgestern in dem Schwab-Porträt geheißen. Der Film war von 1994, kurz nach seinem Tod gemacht, ich hatte den damals schon mal gesehen. Das Schockhafte, empörend Vitale seines Todes, das damals so stark war, ist jetzt natürlich weg. Es war dann nur noch komplett ABSURD, daß jemand sich so wegsaufen muß, vor der Zeit. Ein Fehler, ein Unsinn, ein Blödsinn. Viel sinnloser, als direkt danach kam es mir vor. Ganz seltsam. Er selber war in den Interviewszenen wirklich supersympathisch, hell, fast grazil, obwohl der Kiefer bei ihm so derb und kantig geschnitten war. ich will wissen was für ein Mensch ich bin warum ich so aggressiv bin soll der sogenannte GEWALTTÄTER RUNG laut Spiegel zum Psychiater gesagt haben, der ihn begutachten sollte, auf eigenen, auf Rungs Wunsch. Später hat sich der Psychiater erhängt. Vielleicht auch ein anderer. ein widersprüchlicher Moment der Wahrheit Stille gefühlsintensive Momente sind keine Seltenheit wie Lachen, Weinen oder auch Erinnerungen stand als Schrift auf dem Bildschirm, während man eine fast nackte, sehr weiße Frau sich von einem indischhäutigen Muskelmann sich massieren lassen sah. Und der turnte dabei so auf und an der herum. ZIELLOS MUSS DIE STILLE WACHSEN 4.4 trüb ist gar kein Ausdruck Donnerstag, 26. Februar 1998 Herr Doktor Wobbe erzählt beim Blutabnehmen von einem von ihm sogenannten Neger, den er im Fernsehen gesehen hätte, der am Kopf oben eine riesige klaffende unversorgte Kopfschwartenschnittwunde gehabt hätte - Illustration dafür, daß es woanders anders zugeht - allgemeine Schlußfolgerung aus der Beobachtung, daß manche Leute mit ihren Autos von ganz weit her auf unseren Straßen rumfahren würden, die wären in einem absolut gemeingefährlichen Zustand, auch das wäre im Fernsehen gekommen neulich - Assoziation dazu, daß man ja irgendwelche Regeln wohl schon braucht, im Straßenverkehr, sonst wird es für alle zu gefährlich - Abschweifung dazu, daß die Prozedur zur Wiedererlangung meines Führerscheins sich ja schon ganz schön in die Länge ziehen würde, oder? - Ich sagte nur, ja genau, Wahnsinn. Und er redete dann da so los, von hier nach da. Ich nickte dauernd, ganz seiner Meinung. Nebenher lobte er meine Venen. "Aber das wissen Sie ja sowieso." - Um viertel vor acht kam ich in die Praxis, da saßen etwa sechs, sieben Leute vor mir im großen Wartehallengang, das beste Wartezimmer, das ich kenne, weil zentral, groß, mittig, offen, und um sieben nach acht war ich schon wieder oben in der Wohnung. Perfect Wedding. VERSCHISSENE STADT. Debattenfeuilleton Professionalisierungsschwelle Worte, an denen Argumente hängen würden. Ich denke dann nur immer oder manchmal: dauernd dieses blöde Argumentieren, ist doch eh klar alles. DEKONSPIRATIONE. "Zuletzt triumphieren die Viren." Behauptet Sascha Anderson im Zeit-Magazin. Ich glaube, er denkt, es ist ein Gedanke, ein Befund, eine Prognose, ganz was abgeklärt Illusionsloses, der kühle klinische Blick, Diagnose: "Zuletzt triumphieren die Viren." Aua. Wirklich die Viren? Nicht wir, nein, die Viren. Ich glaube zwar, daß wir, die wirren, wirmäßig wirigen Menschen-Wire, nicht die Viren triumphieren. Aber der Dichter läßt sich lieber so bißchen vom Reim verführen. Eigentlich ja total okay. Nur: ich glaube, er merkt es nicht. Er nennt unser Jahrhundert, auf Sorokins Frage hin: "besonders schäbig". Schäbig. Auf den Begriff muß man auch erst mal kommen, für dieses Jahrhundert, in dem doch die Schaben wahrscheinlich eher das kleinere Problem waren. Und wäre es nur bißchen schäbiger gewesen, bißchen weniger großartig und herrlich und unschäbig. Aber soll man SO die Sprache befragen? Es passiert eben dann, wenn jemand selber eine Sprache verwendet, die was signalisieren will, die so einen leichten Stich ins Ausgefallene, Gewählte, und für mich dann gleich natürlich auch scheußlich Prätentiöse hat. Botho Strauß ist ja auch so ein Fall, in den essayistischen Sachen. Wo ich immer denke, der merkt das gar nicht, der hört das gar nicht, wie bullshittig, eklig, schief und schlicht und einfach auch ganz schlecht sein Deutsch ist. Der maßgebliche Artikel dazu von Michael Maar, der heißt doch so?, damals beim blöden Bocksgesang - allein dieser Titel, er will mir kaum durch die Finger, über die Lippen, während ich hier tippe. Nur das Problem: Sprachkritik bei anderen fördert unweigerlich